
Große Stimmen, prägende Biografien und Bücher, die unsere Gegenwart verhandeln
Wolfsburg bekommt im November Besuch von prominenten Menschen, die Deutschland seit Jahrzehnten prägen. Mit Joschka Fischer, Dora Heldt, Sarah Kuttner, Sylvester Groth, Wigald Boning, Bettina Tietjen, Peter Jordan und Anouk Schollähn versammeln die 17. Lesetage Persönlichkeiten, die Politik, Popkultur, Medien und Literatur entscheidend mitgestalten.
Vom 5. bis 28. November 2026 wird das Kulturzentrum Hallenbad gemeinsam mit seinem langjährigen Förderpartner Ehme de Riese Der Optiker erneut zu einem Ort, an dem gesellschaftliche Debatten, persönliche Geschichten und literarische Qualität aufeinandertreffen. Hier geht es nicht nur um Lesungen, sondern um Einordnung, Erinnerung und Selbstverständnis im sozialen Miteinander. Um Identität in bewegten Zeiten, um Verlust und Verantwortung, um Humor als Widerstandskraft und um die Frage, wie wir als Gesellschaft miteinander sprechen wollen.
Die Lesetage stehen seit Jahren für programmatische Vielfalt und inhaltliche Tiefe. Mit der 17. Ausgabe wird diese Linie konsequent fortgeführt. Auf der Großen Bühne im Nichtschwimmerbecken begegnen sich politische Analyse, literarische Erzählkunst und künstlerische Interpretation. Dass eine solche Reihe in Wolfsburg kontinuierlich stattfinden kann, ist auch der verlässlichen Unterstützung von Ehme de Riese Der Optiker zu verdanken. Das Hallenbad positioniert sich damit erneut als kultureller Ort für Dialog und Debatte in Wolfsburg.

5.11.2026 – Anouk Schollähn & Dora Heldt »Frauen mittleren Alters, die zu viel sitzen«
Dora Heldt zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwart. Seit 2006 veröffentlicht sie Romane, die regelmäßig Spitzenplätze der Spiegel Bestsellerliste erreichen und vielfach fürs Fernsehen adaptiert wurden. Ihre Bücher zeichnen sich durch präzise Alltagsbeobachtung, Humor und emotionale Wärme aus. Anouk Schollähn ist Journalistin und Moderatorin bei NDR 2. Neben ihrer Nachrichtentätigkeit arbeitet sie als Autorin für das NDR Fernsehen und war unter anderem an dokumentarischen Formaten beteiligt. Sie steht für journalistische Klarheit und einen analytischen Blick auf gesellschaftliche Themen. In ihrem gemeinsamen Buch richten Heldt und Schollähn den Fokus auf die Lebensrealität von Frauen in der Mitte des Lebens. Es geht um körperliche Veränderungen, mentale Belastungen, unsichtbare Erwartungen und das Gefühl, zwischen Karriere, Familie und Selbstanspruch zerrieben zu werden. Mit Witz, Selbstironie und analytischer Schärfe entsteht ein Text, der gleichermaßen unterhält und entlastet. Ein literarischer Auftakt, der viele Lebenswirklichkeiten auf die Bühne holt.

6.11.2026 – Joschka Fischer “Wer sind wir? Deutschland auf der Suche nach seiner Identität”
Joschka Fischer war von 1998 bis 2005 deutscher Außenminister und Vizekanzler. Als zentrale Figur von Bündnis 90 Die Grünen prägte er die deutsche Außenpolitik in einer Phase internationaler Neuorientierung. Heute ist er als Autor, Publizist und politischer Analyst tätig. In seinem Buch Wer sind wir? Deutschland auf der Suche nach seiner Identität setzt sich Fischer mit der Frage auseinander, wie sich das Selbstverständnis der Bundesrepublik angesichts globaler Krisen verändert. Er analysiert den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die strategische Konkurrenz zwischen China und den USA sowie die Herausforderungen für Europa. Dabei geht es nicht nur um Außenpolitik, sondern um das Fundament demokratischer Identität und politischer Verantwortung. Der Abend verspricht fundierte Einordnung und politische Analyse aus erster Hand, eingebettet in jahrzehntelange Erfahrung auf internationaler Bühne.

11.11.2026 – Bettina Tietjen »Tietjen sucht das Weite«
Bettina Tietjen ist seit vielen Jahren eine feste Größe im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Mit Sendungen wie DAS oder Tietjen campt hat sie sich als Moderatorin mit Nähe, Humor und Ernsthaftigkeit etabliert. Parallel dazu hat sie mehrere Bücher veröffentlicht, die persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlicher Reflexion verbinden. Tietjen sucht das Weite erzählt von Reisen mit dem Campingbus quer durch Europa. Es geht um Reduktion, um das bewusste Verlassen vertrauter Strukturen und um Begegnungen, die den Blick verändern. Zwischen Naturerlebnis und Selbstbefragung entsteht ein Buch über Freiheit im Kleinen und im Großen. Ein Abend, der Lust auf Aufbruch macht und zugleich zum Innehalten einlädt.

13.11.2026 – Peter Jordan »Kein schöner Land«
Peter Jordan ist Schauspieler, Musiker und Autor. Als Mitglied des Satirekollektivs Studio Braun prägte er seit den neunziger Jahren eine eigenwillige Form subversiver Popkultur. Darüber hinaus arbeitet er für Theater, Film und Fernsehen und verbindet künstlerische Vielseitigkeit mit literarischem Anspruch. In Kein schöner Land setzt er sich mit Fragen von Herkunft, Identität und Zugehörigkeit auseinander. Das Buch verbindet autobiografische Elemente mit gesellschaftlicher Analyse und thematisiert innere Konflikte ebenso wie kollektive Verunsicherungen. Jordan schreibt reflektiert, humorvoll und zugleich melancholisch. Ein literarischer Abend, der persönliche Erfahrungen in größere gesellschaftliche Zusammenhänge stellt.

21.11.2026 – Sylvester Groth & Stefan Weinzierl – »1984« Konzertlesung
Sylvester Groth zählt zu den renommiertesten deutschen Schauspielern seiner Generation. Er arbeitet international für Film und Fernsehen und ist regelmäßig auf Theaterbühnen zu sehen. Seine Lesungen zeichnen sich durch Präzision, Intensität und große sprachliche Präsenz aus. Gemeinsam mit dem Musiker und Komponisten Stefan Weinzierl bringt er George Orwells Roman 1984 als Konzertlesung auf die Bühne. Die Verbindung von Text und Musik schafft eine atmosphärisch dichte Interpretation des dystopischen Klassikers. Themen wie Überwachung, Manipulation, Wahrheit und Macht erhalten im digitalen Zeitalter eine neue Dringlichkeit. Die Inszenierung macht Literatur sinnlich erfahrbar und gehört zu den künstlerischen Höhepunkten der Lesetage.

25.11.2026 – Wigald Boning »Herr Boning geht baden«
Wigald Boning wurde einem breiten Publikum durch Formate wie RTL Samstag Nacht bekannt und hat sich seitdem als vielseitiger Entertainer, Autor und Musiker etabliert. Seine Projekte verbinden Humor mit Neugier und intellektueller Spielfreude. In Herr Boning geht baden widmet er sich seiner Leidenschaft für das Schwimmen. Mit dokumentarischer Genauigkeit, Selbstironie und Ausdauer beschreibt er Training, Routinen und Grenzerfahrungen im Wasser. Das Buch ist zugleich eine Reflexion über Disziplin, Lebensenergie und das Glück im scheinbar Alltäglichen. Ein Abend, der unterhält und zugleich eine überraschend ernsthafte Dimension entfaltet.

28.11.2026 – Sarah Kuttner »Mama & Sam«
Sarah Kuttner ist Moderatorin, Kolumnistin und Bestsellerautorin. Nach ihren Anfängen im Musikfernsehen entwickelte sie sich zu einer literarischen Stimme, die persönliche Themen mit gesellschaftlicher Sensibilität verbindet. In Mama und Sam erzählt sie von einer Tochter, die nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter deren digitale Nachrichten liest. Zwischen Chatverläufen, Erinnerungen und unausgesprochenen Konflikten entsteht ein neues Verständnis von Nähe und Distanz. Der Roman verhandelt Verlust, Schuld, Fürsorge und die Zerbrechlichkeit familiärer Beziehungen mit großer sprachlicher Klarheit. Ein intensiver Abschlussabend, der emotional berührt und lange nachwirkt.
Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr. Einlass ist ab 19 Uhr.
Spielort ist die Große Bühne im Nichtschwimmerbecken des Kulturzentrums Hallenbad.
Die Ticketpreise liegen zwischen 29 und 39 Euro.
Tickets sind im Kulturzentrum Hallenbad, an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie online unter www.hallenbad.de erhältlich.
Die 17. Lesetage werden gefördert von Ehme de Riese Der Optiker.
