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Drei Bürgerzentren im Vergleich

Die Mitarbeitenden des Mehrgenerationenhauses am Hansaplatz freuen sich über Besucher*innen jeden Alters. Foto: oh/Stadt Wolfsburg/Jugendförderung

Ein Blick in die Wolfsburger Kinder- und Jugendarbeit, Teil 2 von 4 

Die Jugendförderung der Stadt Wolfsburg unterhält nicht nur Jugendtreffs, sondern hat auch drei Bürgerzentren in ihrer Trägerschaft: das Freizeitheim Detmerode, das Bürgerzentrum in Reislingen und das Mehrgenerationenhaus in der Nordstadt. Angefangen als Freizeiteinrichtungen für junge Menschen, sind die Bürgerzentren heute wichtige Einrichtungen für das soziale und kulturelle Leben der Stadtteile. Sie dienen als Treffpunkt für Menschen verschiedener Altersgruppen, Herkunftsländer und Interessen. Dadurch fördern sie den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl in der Nachbarschaft. 

Entstehung der Bürgerzentren 

Alle drei Bürgerzentren entstanden ursprünglich aus reinen Jugendtreffs, deren Träger der Geschäftsbereich Jugend war und ist. Anfangs wurden diese Freizeiteinrichtungen daher hauptsächlich von jungen Menschen im Alter von sechs bis 27 Jahren genutzt und von hauptamtlichen Pädagog*innen betreut und begleitet, die durch Zivildienstleistende unterstützt wurden. Es entstanden Schutzräume, in denen sich die Kinder und Jugendlichen wohlfühlten. Sie wurden gehört und verstanden, konnten sich mit Freund*innen treffen und mitbestimmen. Daraus ergab sich Engagement und Eigenverantwortung, die bis heute anhalten. Partizipation, also die aktive Mitwirkung, Mitsprache und Einflussnahme der Besucher*innen an Entscheidungsprozessen, ist heute immer noch von größter Bedeutung und eine zentrale Grundlage in der Arbeit der Pädagog*innen, die heute von Freiwilligen-Dienstlern*innen (FSJ) und Jugendgruppenleiter*innen unterstützt werden. 

Vom Jugendtreff zum Stadtteilzentrum 

Ein Schwerpunkt liegt auch heute immer noch auf der Kinder- und Jugendarbeit. Neben Ferienangeboten, Schul-Arbeitsgemeinschaften und Kinderbetreuung setzen sich alle Akteure dieser Einrichtungen für das Bewusstsein für die Kinderrechte sowie deren Einhaltung und die Partizipation (Mitbestimmung) ein. Dadurch entstehen Synergien zwischen Jugendhilfe, Jugendförderung, dem Allgemeinen Sozialen Dienst und Schulen in Form von Beratung zur Unterstützung von Familien, aber auch zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Angebote sind auf den Alltag vieler Familien abgestimmt.  

Längst sind die Freizeiteinrichtungen zu öffentlichen Treffpunkten und Veranstaltungsorten für alle Menschen des gesamten Stadtteils geworden. Es finden kulturelle Veranstaltungen statt, Kurse und Bildungsangebote, wie Kreativkurse und Computerkurse, lokale Initiativen finden Raum sowie Bürgerversammlungen und Beteiligungsprojekte. Darüber hinaus tagen dort in regelmäßigen Abständen die jeweiligen Ortsräte. Somit wurden die Freizeiteinrichtungen im Laufe der Jahre durch diese organisatorische und funktionale Weiterentwicklung zu Bürgerzentren. Das Netzwerk dieser Einrichtungen reicht von Schulen, Kindertagesstätten, Vereinen und Beratungsstellen über Kirchengemeinden bis hin zu städtischen Institutionen wie Bürgerdiensten, Stadtjugendring und Erziehungsberatung. 

Bürgerzentrum Detmerode 

Die seit 1970 bestehende Einrichtung befindet sich in demselben Gebäudekomplex wie die Bunte Grundschule (ehemals Erich-Kästner-Grundschule), daher lag es nahe, eine direkte Kooperation anzustreben, die bis heute anhält. Das Bürgerzentrum fördert die Arbeit durch Teamer*innen. Das ist ein Ehrenamt von Jugendlichen, die eine eigenständige Öffnung des Jugendbereiches ermöglichen dürfen. Auch darüber hinaus sind sie eine große Unterstützung in der Arbeit des Hauses.  

Bürgerzentrum Reislingen 

Im Jahr 2012 entstand die jüngste Einrichtung, das Bürgerzentrum Reislingen, das aus dem ehemaligen Gemeindehaus der Kirche-Reislingen-Neuhaus hervorging. Ziel sollte es sein, einen zentralen sozialen und kulturellen Treffpunkt für den in den 1990er Jahren stark gewachsenen Stadtteil Reislingen-Süd-West zu schaffen. Diese Einrichtung ist von Anfang an auf die Bedarfe des Stadtteils, ebenfalls mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit, konzipiert. Wie auch in den anderen Bürgerzentren setzt man hier sehr stark auf Stadtteilarbeit, Vermietungen und Begegnung. Für die jungen Besucher*innen legt man hier ganz besonderen Wert auf Bewegungs- und Kreativangebote. 

Heute fungiert die Einrichtung als generationenübergreifendes Haus. Es bietet Raum für Kunst, Kultur, Gesundheit, Sport sowie für ehrenamtliche Netzwerkarbeit. Neben dem Jugendtreff „FlipFlop“ beheimatet es unter anderem den örtlichen Chor und bietet vielfältige Aktivitäten und Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. 

Mehrgenerationenhaus am Hansaplatz 

Das Freizeitzentrum Nord wurde 1974 eröffnet und architektonisch in das Einkaufszentrum Hansaplatz integriert. Seit 2008 ist es durch einen Förderantrag an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum heutigen Mehrgenerationenhaus geworden. Das Mehrgenerationenhaus steht für das Miteinander der Generationen und für die Förderung von Begegnung, Unterstützung und gemeinsamer Freizeitgestaltung für Menschen jeden Alters. Es versteht sich als Zentrum für Kommunikation und Begegnung, in dem Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen gemeinsam aktiv werden, voneinander lernen und soziale Kontakte knüpfen können. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich besteht in der Förderung des Ehrenamts. 

Drei Einrichtungen, ein Ziel 

Trotz unterschiedlicher Profile haben alle Einrichtungen eines gemeinsam: Sie schaffen Räume für Begegnung und Gemeinschaft, bieten Bildungs- und Beratungsangebote und fördern soziale Teilhabe und Integration. Darüber hinaus stehen die Bürgerzentren für Netzwerkarbeit im Stadtteil: Bewohnerinnen und Bewohner können sich kennenlernen, austauschen und gemeinsame Aktivitäten durchführen. Kurse, Workshops, Sport- und Kulturveranstaltungen bereichern das Leben im Stadtteil und fördern Angebote von Freizeit- und Bildungsprogrammen. Bürgerzentren bieten Vereinen, Initiativen und ehrenamtlich Engagierten Räume und Unterstützung. Sie helfen dabei, Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen und die gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Oft werden Informations- und Beratungsangebote für Familien, Jugendliche, Senioren oder andere Zielgruppen angeboten. Darüber hinaus ermöglichen sie die Beteiligung der Einwohner*innen an lokalen Projekten und Entscheidungen. 

Die Bürgerzentren sind weitaus mehr als nur Orte der Freizeit. Sie sind lebendige Räume der Stadtteilentwicklung, in denen Sport, Begegnung, Mitbestimmung und Bildung zusammenkommen. Die jeweiligen Mitarbeitenden arbeiten jeden Tag daran, den Besucher*nnen Perspektiven zu geben, damit sie stark, fit und nachhaltig gestärkt in ihre Zukunft gehen. 

Weitere Informationen zu Angeboten, Projekten und Veranstaltungen der Jugendförderung Wolfsburg gibt es in den nächsten zwei Teilen unserer Reihe und unter www.jugendraumgeben.de.