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Berliner Brücke: Ein Ort der Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit

Setzen sich für die Geschichte der Berliner Brücke als bedeutender Erinnerungsort für die italienische Gemeinde ein: Luigi Cavallo, Anita Placenti (Leiterin Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Rocco Artale (Ehrenbürger Stadt Woflsburg) und Oberbürgermeister Dennis Weilmann (v.l.n.r.). Foto: oh/Stadt Wolfsburg
Die Berliner Brücke ist für die italienische Gemeinschaft in

Wolfsburg ein bedeutender Erinnerungsort. Für viele der ersten italienischen Arbeitsmigrantinnen und -migranten war sie ein wichtiger Ankunftsort in der neuen Stadt – ein Ort, an dem Hoffnung, Aufbruch und Zusammenhalt ihren Anfang nahmen.
„Auch wenn der Bereich der Berliner Brücke künftig mit dem Namen Carl-Hahn-Brücke verbunden sein wird: Die Geschichte dieses Ortes bleibt ein fester Bestandteil der Wolfsburger Stadtgeschichte und eng mit der italienischen Gemeinschaft verbunden. Die italienischen Arbeitsmigrantinnen und -migranten haben unsere Stadt mit aufgebaut, geprägt und bereichert. Mit den Erinnerungszeichen setzen wir ein dauerhaftes Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung – und machen sichtbar, wie aus Ankommen Zugehörigkeit und aus Wolfsburg für viele Familien Heimat geworden ist“, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann.
„Ich kam 1962 nach Wolfsburg. Meine Adresse war ‚Berliner Brücke, Haus 1, Zimmer 14‘. Gekommen für ein Jahr – und bis heute geblieben“, erinnert sich Rocco Artale, Ehrenbürger der Stadt Wolfsburg. Wie für Tausende andere Italienerinnen und Italiener wurde dieser Ort zu einem prägenden Kapitel ihrer Lebensgeschichte.
In den frühen 1960er Jahren entstand im Bereich der Brücke das größte italienische Wohnlager nördlich der Alpen. In 46 Baracken lebten zeitweise mehrere Tausend italienische Beschäftigte, die auf Initiative des Volkswagenwerks nach Wolfsburg kamen. Damit wurde der Ort zu einem wichtigen Bezugspunkt, der bis heute tief im kollektiven Gedächtnis vieler Familien verankert ist.
Um diese Geschichte sichtbar zu bewahren, wird die Stadt Wolfsburg gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der italienischen Gemeinschaft dauerhafte Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum schaffen. Vorgesehen sind:
  • ein Wegweiser „Viale Berliner Brücke“ am historischen Zugang,
  • eine Informationstafel mit ausführlichen historischen Hinweisen,
  • eine Stele als Ort des Gedenkens,
  • sowie eine Inschrift an der Gabionenwand mit dem Text: „Berliner Brücke – Wohnsiedlung der Italiener – 1962-1974“.
Diese Elemente sollen die Erinnerung an den historischen Ort würdig sichern und seine Bedeutung für die italienische Gemeinschaft dauerhaft sichtbar machen – unabhängig davon, welche Bezeichnung der Brückenbereich künftig trägt.
Die Stadt Wolfsburg würdigt damit die Leistungen der italienischen Frauen und Männer, die seit den 1960er Jahren zum Aufbau und zur Entwicklung der Stadt beigetragen haben. Der Ort bleibt in diesem Zusammenhang ein Symbol für Mut, Hoffnung und die Verbundenheit vieler Familien mit ihrer neuen Heimat Wolfsburg.