
Praxisdialog im Planetarium Wolfsburg zeigt Potenziale
von Maker Spaces in Grundschulen
Vor kurzem ging im Planetarium Wolfsburg eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Geschäftsbereichs Schule der Stadt Wolfsburg und des Planetariums Wolfsburg mit einem Praxisdialog für Fachkräfte zur Medienkompetenz in Grundschulen zu Ende. Nach der Begrüßung durch Iris Bothe, Stadträtin für Jugend, Bildung, Integration und Soziales, wurde in der Sternenkuppel des Planetariums das Maker-Space-Projekt Eine galaktische Reise vorgestellt.
„Kinder bringen von Natur aus Neugier und kreative Ideen mit. Unsere Aufgabe ist es, ihnen Räume zu eröffnen, in denen sie diese entfalten und ihre eigenen Geschichten mit und durch Medien erzählen können“, betont Iris Bothe.
Als Maker Spaces werden an Schulen offene Lernräume bezeichnet, die Schüler*innen einen einfachen Zugang zu modernen Technologien sowie analogen und digitalen Werkzeugen und Materialien bieten. Sie schaffen damit Räume für selbstgesteuertes und spielerisches Arbeiten und Lernen. Im Projekt Eine galaktische Reise entwickelten Grundschüler*innen der Grundschulen Heidgarten, Laagberg und Wohltberg im Ganztag sowie beim Mitmach-Festival Luftsprünge gemeinsam einen Comic und einen rund 20-minütigen Animationsfilm. Dabei setzten sie sich spielerisch mit digitalen Medien auseinander und erlernten deren kreativen und reflektierten Einsatz.
Initiiert und begleitet wurde das Projekt von Claudia Mohadjer, Ganztagsleitung an der Heidgartenschule. Im Mittelpunkt stand die Verbindung von analogen und digitalen Lernformen, die sich gegenseitig ergänzen und Kindern die Möglichkeit geben, eigene Ideen kreativ umzusetzen. Unterstützt wurde das Projekt durch den Geschäftsbereich Schule der Stadt Wolfsburg sowie durch die Fachberatung. Marta Henzel begleitete das Vorhaben mit besonderem Blick auf inklusive Bildungsansätze und die Beteiligung unterschiedlicher Perspektiven von Kindern. Marion Brochmann trug maßgeblich zur Entwicklung und Weiterentwicklung des Maker-Space-Bereichs bei.
Das Medienzentrum knüpfte an die Projektergebnisse an und entwickelte daraus praxisnahe Materialien sowie Fortbildungsangebote für Fachkräfte. Insbesondere im Bereich Maker Space setzt das Medienzentrum wichtige Impulse für die Weiterentwicklung kreativer und medienpädagogischer Lernräume in der Region.
Zusätzliche Inspiration erhielten die Schüler*innen bei einem dreistündigen Workshop im Planetarium Wolfsburg. Dort konnten sie ihre Ideen rund um das Thema Weltraum weiterentwickeln und in die Projektarbeit einfließen lassen. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen des Planetariums begleiteten die Kinder dabei und erlebten eine große Begeisterung sowie zahlreiche kreative Ideen und Fragestellungen.
Mehr als 60 Fachkräfte nahmen am abschließenden Praxisdialog im Planetarium teil und nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Vorgestellt wurden sowohl die Projektergebnisse als auch Ansätze zur praktischen Umsetzung von Medienbildung im Grundschulbereich.
„Besonders wertvoll war für uns zu erleben, wie selbstverständlich die Kinder digitale Medien als Werkzeuge genutzt haben, um ihre eigenen Ideen, Geschichten und Fragen sichtbar zu machen. Genau darin liegt für mich die Stärke solcher Projekte: Kinder konsumieren Medien nicht nur, sondern gestalten aktiv mit, arbeiten gemeinsam an Lösungen und erleben, dass ihre Perspektiven zählen. Solche Erfahrungen gelingen besonders dort, wo Schulen, außerschulische Lernorte und kreative Partner eng zusammenarbeiten und voneinander lernen“, erklärt Eileen Pollex, Geschäftsführerin des Planetariums Wolfsburg.
Das Projekt zeigt, wie Medienbildung bereits im Grundschulalter praxisnah und kreativ gestaltet werden kann. Gleichzeitig verdeutlicht die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Medienzentrum und Planetarium, welchen Mehrwert starke Bildungsnetzwerke für Kinder, Fachkräfte und die Weiterentwicklung zeitgemäßer Lernangebote bieten.
Foto: oh/adobe stock
