Es finden neue Untersuchungen zur Eisenzeitlichen Siedlung in den Steimker Gärten statt.

Profil durch Fundstelle 21.

Neue Untersuchungen zur Eisenzeitlichen Siedlung in den Steimker Gärten.

Im Frühjahr 2016 fanden archäologische Ausgrabungen im Baugebiet Steimker Gärten statt. In der Archäologie tätige Person entdeckten unterschiedliche Erdverfärbungen, die Hinweise auf eisenzeitliche Gruben gaben. Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Wolfsburg hat in den vergangenen Monaten an dem geborgenen Fundmaterial weitere Untersuchungen durchgeführt, die neue Erkenntnisse brachten.
Bei der Sichtung der Fundstücke, bei denen es sich überwiegend um Keramikbruchstücke handelt, fielen zwei Scherben besonders auf. An ihrer Innenseite befand sich verkohltes organisches Material, das geborgen und zur sogenannten C-14 Datierung geschickt wurde. Bei der C-14-Datierung wird der Wert eines bestimmten schwach radioaktiven Kohlenstoffisotops im Massenspektrometer gemessen und mit bekannten Zerfallszeiten verglichen. Auf diese Weise lässt sich ein konkreter Zeitabschnitt in Jahreszahlen für die Probe ermitteln.
 
Lediglich die Innenseite der Keramikscherbe wies Brandrückstände auf, während Bruchstelle und Außenseite unverkohlt waren. Dieses ist ein Beleg dafür, dass die Brandspuren von der eigentlichen Benutzung, zum Beispiel dem Erwärmen von Speisen über der Glut, stammen und nicht von einem späteren, davon unabhängigen Brandereignis. Es könnte sich also bei dem verkohlten organischen Material zum Beispiel um angebrannte Essensreste handeln.
Von einem Speziallabor in London wurde die Probe, die aus der Fundstelle mit der Nummer 21 der archäologischen Untersuchung in den Steimker Gärten stammt, mithilfe dieser Methode auf den Zeitraum 190 bis 38 Jahre vor Christus datiert. “Das Ergebnis der C-14-Datierung ist extrem spannend”, hebt Daniel Pollok von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Wolfsburg hervor, “denn die Datierung kann auf alle zeitgleich niedergelegten Fundgegenstände, also auf alle Funde aus dieser Schicht in diesem Befund übertragen werden.”
 
Davon ausgehend ergeben sich Gefäß- und Keramiktypen, die in diesem Zeitraum in Benutzung waren. Zeitgleiche Keramik kann im gesamten Gebiet der Ausgrabung ermittelt werden. “Auch wenn wir an anderer Stelle, bei anderen Ausgrabungen, mal wieder Scherben dieses Typs finden, können wir diese viel besser zeitlich einordnen”, sagt der Experte.
Das Ergebnis der Untersuchung wird auch durch einen weiteren Fund unterstützt. Ein etwa fünf Millimeter großes Bruchstück einer bronzenen Flügelnadel, das vor Ort entdeckt wurde. Vergleichbare Nadeln können in einen Abschnitt der vorrömischen Eisenzeit datiert werden, also rund 250 Jahre vor Christus bis zum Jahr 0.
Besonderes Augenmerk in der weiteren Untersuchung liegt nun auf der Grube der Fundstelle 21, die sich wannenförmig im gelben Sand abzeichnete und auch weiteres verkohltes Material, unterschiedliche Keramikscherben, Feuersteinfragmente und einen Reibestein enthielt. Die Archäologen vermuten, dass dieses die Überreste einer Feuerstelle sind. Dafür spricht die Schicht aus grauem Sand, die über dem eigentlichen Brandhorizont lag. “Es sieht so aus, als hätte jemand mit Sand die Glut gelöscht”, erklärt Daniel Pollok.
 
Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Wolfsburg untersucht und analysiert fortlaufend die Dokumentation und das Fundmaterial der wissenschaftlichen Untersuchungen im Stadtgebiet. Dabei ergeben sich immer wieder spannende Ergebnisse in der archäologischen Denkmalpflege.
 
Foto: oh/Arcontor Projekt GmbH; bearbeitet durch die Stadt Wolfsburg
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