Für Mikroorganismen ist der menschliche Darm eine gigantische Wohngemeinschaft.

Mehrere hundert Bakterienarten siedeln hier und bilden die sogenannte Darmflora. Ihre Gesamtzahl geht in die Billionen. Sie leben in einem sensiblen Gleichgewicht zusammen. Wird dieser Zustand gestört, kann es zu Krankheiten kommen.

Die winzigen Mitbewohner sind äußerst nützlich. Sie unterstützen den Darm nicht nur bei der Verdauung, sondern auch bei der Abwehr schädlicher Keime.Dieses Wissen nutzt auch die Medizin für die Entwicklung spezieller Präparate, die als Probiotika oder mikrobiologische Präparate bezeichnet werden.Bekannt ist, dass die Gabe bestimmter Bakterienstämme krankhaften Prozessen vorbeugen kann. Sie kann aber auch die Behandlung von Patienten mit Darmerkrankungen unterstützen. Jeder der dabei eingesetzten Bakterienstämme hat andere Eigenschaften.

Über mikrobiologische Präparate können Betroffene gezielt mehrere Milliarden vermehrungsfähige Keime des gewünschten Bakterienstamms oder eine Kombination mehrerer Stämme einnehmen.

Studien zeigen Wirksamkeit

Klinische Studien haben die Wirksamkeit spezieller Bakterienstämme bei der Therapie bestimmter Krankheitsbilder im Darm nachgewiesen. Die zielgerichtete Gabe von mikrobiologischen Präparaten ist bereits ein bewährter Ansatz (zum Beispiel von Innovall, erhältlich in der Apotheke).

Beispielweise bei Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom führe der Einsatz von Probiotika zu einer effektiven Verbesserung der Symptome, sagt Prof. Dr. Robert Jan Brummer, Professor für Gastroenterologie und klinische Ernährung an der Universität Örebro (Schweden). Die Behandlung solle allerdings über vier bis sechs Wochen andauern. Erst danach lasse sich die Wirkung bewerten. Auch bei der Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa (CU) werden mikrobiologische Präparate erfolgreich angewendet. Ein weiteres, wichtiges Einsatzgebiet ist die Vorbeugung der Clostridium difficile-Infektion (CDI), einer schweren Infektionskrankheit mit Durchfällen. Dafür werden mikrobiologische Präparate parallel zur Antibiotika-Therapie eingesetzt.

Zurzeit wird erforscht, ob sich die „nützlichen Untermieter des Menschen“ darüber hinaus auch bei anderen Krankheitsbildern nutzen lassen. Forschungsergebnisse weisen auf vielversprechende Behandlungsansätze etwa auch bei Allergien, Arthritis und Fettleibigkeit hin.

Sollten Sie an der Einnahme von mikrobiologischen Präparaten interessiert sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. (akz-o)

Fotos: pixabay.com/akz-o

 

 

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