Zwei Arbeitsleuchten aus der berühmten Kaiser-idell-Serie sind die "Objekte des Monats" im Stadtmuseum im M2K.

Gute Form und gutes Licht: idell-Leuchten.

Zwei Arbeitsleuchten aus der berühmten Kaiser-idell-Serie sind die „Objekte des Monats“ im Stadtmuseum im M2K.

Kürzlich wurden sie mit ihrer Geschichte von Sammlungskurator Dr. Arne Steinert und Kunsthistorikerin Esther Orant vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg vorgestellt. Im November bleiben sie nun in einer speziellen Vitrine im Museumsfoyer als Beispiele für die thematische Bandbreite der umfangreichen Museumssammlung zu sehen.
Die Tischleuchte spendete Licht im Büro- und Werkstattraum des früheren Wolfsburger Heimatmuseums in der Goetheschule, die Scherenwandleuchte wurde vor dem Abriss aus der Zuckerfabrik Fallersleben geborgen. Beide sind Musterbeispiele für jahrzehntelang produzierte, weit verbreitete Standardmodelle von hohem Gebrauchswert und wurden inzwischen als Designerstücke geadelt. Ihr Designer Christian Dell (1893-1974) war von 1922 bis 1925 Werkmeister am Bauhaus in Weimar, später Leiter der Metallwerkstatt an der Frankfurter Kunstschule. Sein Anspruch bestand im Entwurf von ebenso funktionalen wie ästhetisch überzeugenden Gebrauchsgegenständen, die als industrielle Serienprodukte hergestellt werden konnten.
Die idell-Leuchten entwarf er ab 1934 für den Leuchten Hersteller Kaiser in Neheim im Sauerland. Sie wurden große Verkaufserfolge und teilweise noch bis in die 1980er Jahre gefertigt. Details wie ein spezielles Kugelgelenk oder der asymmetrisch angesetzte Lampenschirm sorgten für hohe Funktionalität und blendfreies Licht auf Schreibtischen, in Werkstätten oder an Arbeitsplätzen in der Industrie. Einzelne Modelle werden heute wieder hergestellt und, weil sie nicht mehr nur Alltagsgegenstände sind sondern als Design-Klassiker gelten, zu enormen Preisen gehandelt. Mit der Prägung „ORIGINAL-KAISER-idell“ auf jeder Leuchte hat sich Christian Dell, der zu Lebzeiten als „Beleuchtungs-Architekt“ bezeichnet wurde, selbst ein kleines Denkmal gesetzt: Das Kunstwort „idell“ setzt sich zusammen aus „Idee“ und „Dell“.
Foto:oh/Stadtmuseum / Meike Netzbandt

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