Dokumentation über die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

 

Das Stadtmuseum lädt am Sonntag, 28. April, um 15 Uhr zu einem Rundgang zum Thema “Die Stadt des KdF-Wagens: Zur Gründung und Entwicklung Wolfsburgs im Dritten Reich” ein.

Museumsmitarbeiterin Nicole Trnka bezieht in ihre Betrachtungen neben der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung auch die Dokumentation über die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und die neue Sonderausstellung über “Das Braunschweigische Land im Nationalsozialismus” ein. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Wolfsburg feierte im vergangenen Jahr seinen 80. Stadtgeburtstag. Für eine mitteleuropäische Stadt ist das eine sehr junge Stadt. Die Nationalsozialisten, 1933 an die Macht gekommen, gründeten in dieser über Jahrhunderte land- und forstwirtschaftlich geprägten Region zunächst ein modernes Automobilwerk und dann die dazugehörende Stadt. In genau dieser Reihenfolge spiegelt sich die nationalsozialistische Politik, die auch in der Stadtplanung und in der in jenen “braunen Jahren” realisierten Architektur ihren Ausdruck fand, unter anderem in der geplanten Stadtkrone und im Fehlen von Rathaus und Kirchenneubauten.

Nur gut ein Jahr nach Werks- und Stadtgründung begann mit dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg. Erst nach dessen Ende erfolgte hier die zivile Autoproduktion, auch die Stadt wurde erst dann nach dem Schloss Wolfsburg benannt. Während des Zweiten Weltkrieges behielt der neue Ort seine administrative Bezeichnung Stadt des KdF-Wagens und wurde zu einem Zentrum der Rüstungsindustrie. In dieser waren Tausende Menschen aus Ost- und Westeuropa, Kriegsgefangene und sogar KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit eingesetzt. Deren Leid und Schicksal, rassenideologisch unterschiedliche Behandlung, aber auch der Widerstand gegen den Nationalsozialismus thematisiert Nicole Trnka.

Die Sonderausstellung “Das Braunschweigische Land im Nationalsozialismus” der AG Heimatpfleger der Braunschweigischen Landschaft nimmt das Alltagsleben in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Infrastruktur in der damaligen Diktatur in den Fokus. Exponate und Bilder aus den Sammlungen des Stadtmuseums Schloss Wolfsburg und des Burgmuseums Neuhaus ergänzen die Präsentation um weitere lokale Aspekte wie etwa die Reichsschule für Leibesübungen des Reichsnährstandes auf der Burg Neuhaus. Auch auf diese Aspekte wird auf dem Rundgang am Sonntag hingewiesen.

Foto: Stadtmuseum Schloss Wolfsburg

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