Der Barockgarten an der Nordseite von Schloss Wolfsburg zieht Gäste mit seinem hübschen Steinpavillon an der Stirnseite an.

Immer wieder zieht er die Wolfsburger und ihre Gäste aus Nah und Fern in seinen Bann: der Barockgarten an der Nordseite von Schloss Wolfsburg mit seinem hübschen Steinpavillon an der Stirnseite.

Ob als Ort für Konzerte und Veranstaltungen, Ruheplatz nach einem anstrengenden Spaziergang oder als Kulisse für das Hochzeitsfoto: Für viele Wolfsburger ist der Barockgarten ein besonderer Ort.
Natürlich hat er in seiner fast vierhundertjährigen Geschichte nicht immer so ausgesehen, wie heute. Sein jetziges Erscheinungsbild geht auf die Restaurierungsarbeiten der 1960er Jahre und die Sanierung in den Jahren 1999 und 2000 zurück. So stammen denn auch viele Stilelemente und Einrichtungsgegenstände, wie zum Beispiel die Putten oder das schmiedeeiserne Tor am Eingang des Gartens aus der Zeit der Restaurierung. Andere Einbauten sind älter. Der Teepavillon zum Beispiel wurde 1912 errichtet.
In seiner heutigen Erscheinungsform erinnert der Barockgarten allerdings wenig an seine ursprüngliche Architektur. Obwohl die Anlage nie so ausgesehen hat, wie sie sich heute darstellt, gibt sie dennoch einen Einblick in barocke Vorstellungen einer gelungenen Gartenkomposition, die auch auf die Menschen unserer Tage noch ihren Reiz ausübt.

Zur Entstehungsgeschichte:

Die ersten Anfänge des Wolfsburger Barockgartens liegen im Dunkeln. Fest steht aber, 1679 lässt Hans Daniel von Bartensleben an der Nordseite des Schlosses einen “Lustgarten”, das heißt Ziergarten, errichten. Schon damals gab es ein Gartenhaus.
Im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts zeichnet Johann Martin Anhalt Pläne zur Umgestaltung des Gartens. Er erweitert die Anlage nach allen vier Himmelsrichtungen. Die begehbare Mittelachse spielt in der Architektur des Parks eine zentrale Rolle. Auch ein doppelgeschossiger Pavillon aus Fachwerk wird errichtet. In ihrer symmetrischen Ausformung entspricht die Anlage dem barocken Gartenideal.
Unter den Grafen von der Schulenburg, seit 1742 Schloss besitzende Familie, steht seit dem Ende des 18. Jahrhunderts mehr und mehr die Gestaltung des Parks auf der Ostseite des Schlosses im Vordergrund. Der Barockgarten verliert an Bedeutung.

1910 zerstört eine Windhose den Barockpavillon und nahezu den gesamten Baum- und Strauchbestand in diesem Bereich. Gräfin Frieda von der Schulenburg veranlasst bald darauf eine völlige Neugestaltung des Gartens: Der ehemalige Barockgarten wird als geometrischer Heckengarten angelegt. Mit der Errichtung eines neuen Gartenhauses wird der Fallersleber Architekt Hillendahl beauftragt. Der Pavillon, so wie er auch heute noch besichtigt werden kann, entsteht.
1942 verlassen die Grafen von der Schulenburg den Familiensitz. Am 1. Januar 1943 erwirbt die junge “Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben” das Schloss mit dem ehemaligen Barockgarten. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges verwildert der Garten zusehends.
Doch bereits Ende 1945 erwacht er zu neuem Leben. Ein findiger Geschäftsmann errichtet ein Café. Der Pavillon erhält nach Norden einen Anbau, der als Küche genutzt wird. Der Dachboden wird ausgebaut und ein Fenster eingefügt. Das so geschaffene “Schlosscafé” existiert bis 1956.
Im Rahmen der Sanierungsarbeiten am Schloss Wolfsburg durch die Stadt, die Anfang der sechziger Jahre beginnen, wird der ursprünglichen Zustand eines “Barockgartens” wiederhergestellt.

Foto: oh/Stadt Wolfsburg
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