Rundgang mit Andres und Trnka.

Ein Rundgang durch das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum

Einigkeit und Recht und Freiheit heißt es in der ersten Zeile der Nationalhymne des vor 32 Jahren wiedervereinigten Deutschlands. Bei dem gleichlautenden Themenrundgang durch das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K am Sonntag, 9. Oktober, um 15 Uhr, zeichnen die Museumsmitarbeiterinnen Christina Dykan Andrés und Nicole Trnka nach, wie im 19. Jahrhundert die Idee für einen deutschen Staat entstand. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Es wird empfohlen, im Museum eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Der Dichter jenes Werte-Dreiklangs, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, und viele seiner bürgerlichen Zeitgenossen wünschten sich damals das Ende der Kleinstaaterei und einen liberalen Rechtsstaat. Nach der nationalsozialistischen Diktatur und dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland erneut geteilt. Die Berliner Mauer galt als Symbol für den Kalten Krieg, die ideologische Teilung der Welt, Europas und Deutschlands in Ost und West. Ihr Fall am 9. November 1989 bedeutete eine Zäsur, eine politische und gesellschaftliche Wende. Wie aber lebte es sich zuvor im Schatten der Mauer – auf der einen und auf der anderen Seite? Und wie erlebten die Menschen den Herbst 1989 sowie den Einigungsprozess? Diese Fragen leiten die aus Ostwestfalen-Lippe stammende Christina Dykan Andrés und die in der DDR unweit der Mauer aufgewachsene Nicole Trnka bei ihren Betrachtungen zur deutschen Einheit und zu Alltagsgeschichte(n) in Ost und West. Dank Westfernsehen und Westradio, dank Westpakete und Westbesuch ähnelten sich Ost- und Westdeutsche zum Beispiel in Modegeschmack und Musikvorlieben. Und doch assoziierten die Menschen hüben und drüben aufgrund ihrer unterschiedlichen Erfahrungen mit ihrer Lieblingskleidung und ihren Lieblingshits verschiedene Vorstellungen.

Ging es den einen zum Beispiel beim Parka-Tragen auch darum, ihre Ablehnung der Verhältnisse in der DDR und ihre Westorientierung zu bekunden, brachten die anderen mit dieser Jacke ihre Kritik am bürgerlichen Lebensentwurf in der Bundesrepublik zum Ausdruck. Schon zu Hoffmanns Zeiten positionierten sich Studenten mittels Mode-, Bart- und Haartrends gegen die obrigkeitsstaatliche Ständegesellschaft und deutsche Kleinstaaterei. Anhand solcher Alltagsphänomene erzählen Christina Dykan Andrés und Nicole Trnka die politische Geschichte Deutschlands von der Zeit der Teilung nach 1945 bis in die Nachwende-Jahre. Bildunterschrift: Christina Dykan Andrés (links) und Nicole Trnka sprechen im Hoffmann-Museum über Ost-West-Alltagsgeschichte(n).

Foto: Stadt Wolfsburg.

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