Seit September 2020 gelten erheblich verbesserte Rahmenbedingungen für die Ausbildung zur Psychotherapeutin und zum Psychotherapeuten.

Neue Psychotherapieausbildung bringt Verbesserungen

Psychische Erkrankungen nehmen in modernen Gesellschaften kontinuierlich zu. Entsprechend gefragt sind die Dienste etwa von Psychotherapeutinnen und -therapeuten. In der Ausbildung aber bekamen junge Leute bislang nicht die nötige Wertschätzung zu spüren. Der Hauptkritikpunkt: Angehende Psychotherapeutinnen und – therapeuten wurden für die Arbeit in Kliniken, die obligatorisch zur Ausbildung dazugehört, sehr schlecht bezahlt – bei gleichzeitig hohen Ausbildungskosten. Seit dem Wintersemester 2020/21 gelten nun erheblich verbesserte Rahmenbedingungen. Mit dem erfolgreichen Abschluss des mindestens fünfjährigen Bachelor- und anschließenden Masterstudiums wird die Approbation als Psychotherapeutin und -therapeut erworben. Darauf folgt eine weiterbildende Fachkundeausbildung, die ebenfalls mindestens fünf Jahre dauert. Diese wird künftig aber deutlich besser finanziell vergütet, denn das neue Gesetz garantiert ein tariflich festgelegtes Mindesteinkommen.

Persönlichkeit statt Numerus clausus

Studieren nach den neuen Möglichkeiten kann man etwa ab sofort an der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin. Bei der Bewerbung um einen Studienplatz an der staatlich anerkannten Hochschule zählen Persönlichkeit, Motivation und Erfahrung mehr als Abiturnoten. Das Studium findet vom ersten Semester an in der klinisch-therapeutischen Praxis statt. „Der angebotene Kliniktag mit der Möglichkeit, im engen Kontakt mit Patientinnen und Patienten sowie Kliniken psychotherapeutische Handlungskompetenzen zu erwerben, ist bundesweit einmalig”, sagt Prof. Johannes Lindenmeyer, der an der MHB maßgeblich an der Einführung des neuen Direktstudiums beteiligt war. Hier würden Studierende von Beginn an wichtige Erfahrungen für die spätere Berufstätigkeit sammeln. „Auch die kleinen Lerngruppen, die Verwendung des innovativen Lehrformats ‘Problemorientiertes Lernen’ sowie der regelmäßige, professionell begleitete Austausch in den TRIK-Seminaren (Teamarbeit, Reflexion, Interaktion, Kommunikation) stehen für ein praxisnahes Studium”, so Lindenmeyer. Infos gibt es unter www.mhb-fontane.de/studieninteressierte.html.

Medizinstudium ohne NC und Wartezeiten

Auch für den Brandenburger Modellstudiengang Medizin (BMM) unterscheiden sich die Auswahlkriterien deutlich von denen der staatlichen Universitäten. Wer dort keine sehr gute Abiturnote vorweisen kann, muss sich oft auf lange Wartezeiten einstellen. Der Studiengang in Neuruppin ist praxis- und patientenorientiert angelegt. Er vernetzt naturwissenschaftliche Grundlagen mit klinischen und psychosozialen Lerninhalten, die Trennung zwischen Vorklinik und Klinik und einer nach Fächern getrennten Ausbildung ist aufgehoben. (djd)

Foto: djd/Medizinische Hochschule Brandenburg/Dirk Mahler

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