Zuwanderung

Integrationsreferat stellt neues Projekt im Ausschuss für Migration und Integration vor

Frauen und besonders Frauen mit Kindern nehmen seltener an Integrationskursen teil. Um diese Ungleichheit zu beheben und Frauen mit Fluchterfahrung zu fördern, hat das Integrationsreferat der Stadt Wolfsburg ein neues Projekt ins Leben gerufen, das bei der Ausschusssitzung für Migration und Integration am Donnerstag, 17. September 2020, vorgestellt wurde.
Das Leitziel, Frauen mit Fluchterfahrung und Zuwanderungsgeschichte gleichberechtigt in der Gesellschaft und dem Arbeitsleben durch Förderung von Angeboten teilhaben zu lassen, wurde bereits in seiner letzten Sitzung am 18. Juni 2020 durch den Rat der Stadt in das Integrationskonzept “Vielfalt leben” aufgenommen. Die Umsetzung erfolgt nun durch regelmäßige Angebote im Sozio-, Kulturellen, Arbeits- und Gesundheitsbereich. Gesteuert und durchgeführt wird das Projekt “Frauen, Flucht und Zuwanderung” durch Mitarbeiterinnen des Integrationsreferats, die Netzwerktreffen organisieren, evaluieren und daraus neuen Maßnahmen ableiten.

 

Die Rolle des Integrationsreferats im Projekt ist, zu moderieren und zu unterstützen sowie die Netzwerktreffen zu organisieren, um einen guten und zielführenden Austausch zu erzeugen

Die Umsetzung und Integrierung in Maßnahmen sowie die Durchführung erfolgt durch Netzwerkpartner, also Wolfsburger Institutionen, die Angebote für diese Zielgruppe generieren. Zentrales Ziel ist vor allem, die Angebote der Netzwerkpartner bekannter zu machen und Frauen mit Fluchterfahrung oder Zuwanderungsgeschichte die Möglichkeit zu bieten, selber Angebote zu leiten und mitzugestalten.
“Aus einer Studie der Charité Berlin aus dem Jahr 2017 geht hervor, dass viele weltweite Fluchtursachen wie die Angst vor sexualisierter Gewalt oder Zwangsheirat frauenspezifisch sind”, erklärt Judith Wurm, Leiterin des Integrationsreferats der Stadt Wolfsburg. “Jedoch nutzen Frauen Integrationsangebote deutlich seltener – in den meisten Fällen ist das so, weil sie ihre Kinder betreuen. Damit Integration gelingt, wollen wir uns daher verstärkt auf die Umstände und Bedürfnisse von Frauen konzentrieren und haben ein spezielles Angebot erarbeitet.”

 

Stadträtin Iris Bothe: “Geflüchtete Frauen besitzen eine hohe Arbeits- und Bildungsmotivation, dennoch benötigen insbesondere geflüchtete Frauen mehr Zeit, um am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Familiäre Pflichten wie die Kinderbetreuung in der Familie oder die Alltagsorganisation der Familie haben für geflüchtete Mütter in Deutschland oft eine hohe Priorität. Nicht selten werden zunächst eigene Belange wie der Erwerb der deutschen Sprache oder die Arbeitsaufnahme durch die Mütter – im Gegensatz zu den Vätern zurückgestellt. Um geflüchteten Müttern mit familiären Verpflichtungen einen beruflichen Einstieg in Deutschland zu ermöglichen, bedarf es entsprechender niederschwelliger, geschlechtersensibler Unterstützung. So sind nicht nur geflüchtete Mütter über familienbezogene Hilfeleistungen und familien- freundliche Bildungs- und Einstiegsmöglichkeiten informiert und sensibilisiert, sondern durch das Projekt des Integrationsreferates bestenfalls auch die gesamte Familie mit einbezogen.”
 
Foto: oh/Capri23auto
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