Prof. Dr. Klaus Blaum referiert am 23.10.2019 um 19 Uhr im Planetarium Wolfsburg über die geheimnisvolle Antimaterie.

Prof. Dr. Klaus Blaum referiert am 23.10.2019 um 19 Uhr im Planetarium Wolfsburg über die geheimnisvolle Antimaterie

Wenige Augenblicke nach dem Urknall entstand Materie und Antimaterie in etwa gleichen Mengen – um sich gegenseitig unter Freisetzung von Energie wieder auszulöschen. Doch ein kleiner Materieüberschuss überlebte und formte das uns heute bekannte Universum aus Sternen, Planeten und Galaxien. Die Ursache dieses kleinen Überschusses an der uns bekannten Materie gehört zu den größten Rätseln der Physik.


Prof. Dr. Klaus Blaum vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg gibt in seinem Vortrag am 23. Oktober um 19 Uhr im Planetarium Wolfsburg einen Überblick zum derzeitigen Stand der Antimaterie-Forschung.
Um eine Lösung dieses faszinierenden Rätsels zu erhalten, könnte ein präziser Vergleich zwischen den Eigenschaften von Materie und Antimaterie beitragen. Bisherige Experimente und Theorien zeigen, dass Materie und Antimaterie sich abgesehen von ihrer Ladung gleichen.
Ein Proton zum Beispiel, ein Baustein der Atomkerne, trägt eine positive Ladung. Das Anti-Proton dagegen, welches 1955 im Lawrence Berkeley National Laboratory künstlich erzeugt wurde, trägt eine negative Ladung. In allen anderen Eigenschaften scheinen sich das Teilchen und das Anti-Teilchen zu gleichen und man spricht in der theoretischen Physik von Spiegelsymmetrie. Präzisionsexperimente könnten aber eine Verletzung der ansonsten perfekten Symmetrie zeigen, welche die Erklärung für den Überschuss der uns bekannten Materie in der frühen Phase des Universums liefert.


Zu den Eigenschaften, die untersucht werden, zählen die Massen und die magnetischen Eigenschaften der Kernbausteine der Materie,   Elektron und Proton, und deren Antiteilchen. Prof. Dr. Blaum stellt die Präzisionsexperimente mit gefangenen und gekühlten Ionen in den sogenannten Penning-Fallen vor und widmet sich der Frage „Sind Protonen und Antiprotonen gleich schwer oder gibt es einen winzigen Gewichtsunterschied?“.
Klaus Blaum promovierte im Jahr 2000 an der Universität Mainz. Nach einem vierjährigen Forschungsaufenthalt am CERN ging er zurück nach Mainz und leitete eine Helmholtz-Nachwuchsforschungsgruppe.


Im Jahr 2007 wurde er als Direktor am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg berufen und leitet dort seither die Abteilung “Gespeicherte und gekühlte Ionen”. Seine Fachgebiete sind die Präzisionsmassenspektrometrie sowie laser- spektroskopische Untersuchungen an exotischen Nukliden.
Er ist Mitglied der Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg und der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Klaus Blaum wurden zahlreiche Preise und Auszeichnungen verliehen, unter anderem der Helmholtz-Preis, die Flerov-Medaille und der Gothenburg Lise Meitner Award. Vor kurzem erhielt er seinen zweiten Advanced Grant des European Research Council. Es gelten die regulären Eintrittspreise von 8,50 € und 6,00 €. Mehr unter www.planetarium-wolfdburg.de

Foto: oh/Martina Strunz/MPI für Kernphysik, Heidelberg

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