Jugendzentrum

Die Jugendförderung bietet um die Weihnachtstage Sonderöffnungen am Nordkopf

Die städtische Jugendförderung gibt Wolfsburger Jugendlichen die Möglichkeit, in den Tagen vor und nach Weihnachten nach Bedarf einen anderen Raum als die familiären vier Wände zu nutzen. Das Jugendzentrum Haltestelle am Nordkopf öffnet seine Räume und zwei Pädagog*innen werden als Ansprechpartner*innen vor Ort sein.
Jugendliche leiden besonders in der Corona-Epidemie. Diese Aussage untermauern zwei groß angelegte Studien “JuCo1” und “JuCo2”. Nach März 2020 wurde im November 2020 eine zweite bundesweite Online-Befragung von jungen Menschen zu ihren Erfahrungen während der Corona-Zeit durchgeführt. Das Papier präsentiert die ersten Ergebnisse der Erhebung, an der über 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 30 Jahren teilgenommen haben. Die Studie wurde vom Forschungsverbund “Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit” der Universitäten Hildesheim und Frankfurt durchgeführt.
Die Geschäftsbereichsleiterin Jugend, Katharina Varga, betont: “Die ersten Ergebnisse der Befragung JuCo 2 zeigen eindrücklich, wie sehr sich der Lebensalltag der jungen Menschen in den unterschiedlichen Lebensbereichen durch die Corona-Pandemie verändert hat und wie sehr sich dies auf ihr Empfinden und Erleben auswirkt.”
 
Vieles, was das Jugendalter ausmacht, war nicht möglich. Die soziale Teilhabe von Jugendlichen ist seit Monaten erheblich eingeschränkt. Begegnungen unter jungen Menschen dürfen kaum stattfinden und wenn sie sich in Gruppen in der Öffentlichkeit zeigen, werden sie schnell verdächtigt, die Kontaktregeln zu ignorieren. Gegenwärtig, im Winter 2020, taucht zudem vielfach die Rede von der Corona-Jugend auf. Oder es wird diskutiert, ob die Corona-Pandemie zu einer prägenden Erfahrung für die ganze junge Generation werden könnte.
Stadträtin Iris Bothe betont zu dieser Annahme: “Noch haben wir es jugendpolitisch in der Hand, auch in diesen schwierigen Zeiten Jugend als wichtige Lebensphase gesellschaftlich ihren Raum zu geben und zu verhindern, dass junge Menschen die Zeit der Corona-Pandemie als verlorene Zeit ansehen.”
Die Berichte aus den Wolfsburger Jugendeinrichtungen bestätigen die wissenschaftlichen Studien aus Hildesheim. Der stellvertretende Stadtjugendpfleger Christoph Block vergleicht die Studienergebnisse mit den Wolfsburger Erfahrungen: “Die Freizeitgestaltung hat sich für 81 Prozent der Befragten angesichts der Einschränkungen laut Studie deutlich verändert. Das nehmen wir natürlich auch in unseren Einrichtungen wahr.”
 

Die größte Gefahr sei allerdings die Vereinsamung und Vereinzelung

Über ein Drittel der Befragten innerhalb der Studie gibt an, sich in der aktuellen Situation einsam zu fühlen. Das sind knapp 2.500 junge Menschen, die stark unter den Einschränkungen leiden. Auch Wolfsburger Pädagog*innen berichten aus den Jugendeinrichtungen, dass sie Gespräche über Vereinsamung und Verlassensein führen.
Daher öffnet das Jugendzentrum Haltestelle als “Not-Haltestelle” an folgenden Tagen und bietet den Wolfsburger Jugendlichen Raum für eine “Pause von der Familie” und ein offenes Ohr bei pädagogischen Fachkräften in der Zeit von 14 bis 20 Uhr:
Montag, 21., Dienstag, 22., Mittwoch, 23., Montag, 28., Dienstag, 29. und Mittwoch, 30. Dezember.
Anmeldungen werden erbeten unter Telefon (0160) 98050697. Selbstverständlich werden die Öffnungen unter Einhaltung strikter Hygienebestimmungen und Mindestabstände durchgeführt.
 
Stadträtin Iris Bothe unterstützt das engagierte Unterfangen der städtischen Jugendförderung und weiß, dass Jugendlichen durchaus mal die “Familiendecke” auf den Kopf fallen kann: “Auch in Wolfsburg gibt es Familien, die in beengten Wohnungen leben und sich nicht richtig aus dem Weg gehen können. Aber nicht immer hat das mit der Größe der Wohnung zu tun. Somit bietet das innovative Angebot der “Not-Haltestelle” den Jugendlichen einen Freiraum zum Durchatmen.”
Über das Jugendzentrum Haltestelle
Das Jugendzentrum Haltestelle wurde 2015 auf Beschluss des Rates der Stadt Wolfsburg in der damals leerstehenden Markthalle geschaffen. Was als temporäres Projekt zur Zwischennutzung eines bestehenden Leerstands begann, wurde schnell zu einem zentralen Schaufenster der Jugendarbeit in Wolfsburg. 2017 wurde der temporäre Status aufgehoben und im Zuge des Umbaus der Markthalle ein dauerhaftes Angebot der Jugendförderung am Nordkopf geschaffen.
 
Foto: oh/GiselaFotografie
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