35 (Ober-)Bürgermeister*innen fordern in einem "Kinderpolitischen Zwischenruf" dazu auf, die Belange von Kindern und Jugendlichen verstärkt in den Blick zu nehmen.

35 (Ober-)Bürgermeister*innen aus Städten und Gemeinden, die am Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ teilnehmen, fordern in einem „Kinderpolitischen Zwischenruf“ dazu auf, die Belange von Kindern und Jugendlichen sowie ihrer Familien in Zeiten der Corona-Pandemie verstärkt in den Blick zu nehmen.

Das Kindeswohl habe bei der Planung der notwendigen Maßnahmen seitens des Bundes und der Länder viel zu selten im Fokus gestanden, betonen die (Ober-)Bürgermeister*innen in ihrem Aufruf. Als Kinderfreundliche Kommune orientieren sich ihre Städte und Gemeinden an den Bedürfnissen und Rechten der Kinder. Das sollte Vorbild für alle Kommunen in Deutschland sein.
„Ein wesentlicher Bestandteil des Krisenmanagements in Corona-Zeiten ist die Berücksichtigung der Interessen und Belange von Kindern und Jugendlichen“, betont Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann. Diese Forderungen basieren auf dem Kindeswohlvorrang im Sinne des Art. 3 der UN-Kinderrechtskonvention, der für die Kinderfreundlichen Kommunen eine Handlungsmaxime für Politik und Verwaltungen ist und dies in Deutschland auf allen föderalen Ebenen sein sollte.
 
In Kinderfreundlichen Kommunen wie der Stadt Wolfsburg haben die Kinderrechte während der Corona-Pandemie ihren hohen Stellenwert bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen behalten. Unsere Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche konnten wir auch in Corona-Zeiten mit einigen Anpassungen erfolgreich fortführen. Dadurch sind wir mit Kindern und Jugendlichen im Gespräch geblieben und haben von ihren Anliegen erfahren“, ergänzt Iris Bothe, Dezernentin für Jugend, Bildung. Das Kinder- und Jugendbüro hat den Kinderbeirat, den Jugendbeirat und die Kinder- und Jugendkommission weitgehend auf digitale Formate umgestellt. Zudem hat die städtische Kinderbeauftragte eine digitale Arbeitsrunde zum Thema „Kinderrechte in der Coronazeit“ eingerichtet, um sich mit Fachleuten aus verschiedenen Geschäftsbereichen der Stadtverwaltung, externen Kooperationspartner*innen und Mitgliedern des Jugendbeirates über die aktuelle Situation auszutauschen. Gemeinsam wurden Angebote und Maßnahmen entwickelt, um Kinder und Jugendliche in dieser Zeit zu unterstützen und mögliche Defizite aufzuholen.
 
„Uns ist es sehr wichtig, dass Kinder und Jugendliche bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie gefragt und weiterhin in städtische Prozesse und Verfahren eingebunden werden. Gerade in Zeiten des Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen war die Kontaktpflege mit der Zielgruppe von großer Bedeutung“, erläutert Katrin Dedolf, Kinderbeauftragte der Stadt Wolfsburg.
Die Stadt Wolfsburg hat zudem mit dem Wolfsburgprogramm – Zukunftsprojekte für Kinder und Jugendliche eine Förderung in Höhe von 100.000 Euro in 2021 für den Anstoß von Projekten oder einmalig zusätzliche Projekte sowie Vorhaben aus dem Bereich der psychosozialen Entwicklung und Entlastung, der non-formalen und informellen Bildung aus dem frühkindlichen, schulischen und Freizeitbereich gegeben. Um den negativen Folgen der Pandemie begegnen zu können, fordern die unterzeichnenden Stadtoberhäupter in ihrem Zwischenruf darüber hinaus, die Mittel des Corona-Aufhol-Pakets des Bundes längerfristig zur Verfügung zu stellen, da die Folgen der Pandemie nicht kurzfristig behoben werden könnten. Zudem brauche es Unterstützung für den qualitativen Ausbau der Kinderbetreuung, Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte in Bildungseinrichtungen zur psychosozialen Begleitung von Kindern und Jugendlichen, um die Belastungen auffangen zu können und den Ausbau entsprechender Anlaufstellen sowie mehr politische Partizipationsmöglichkeiten für junge Menschen. Dies könnten die Kommunen nicht allein tragen.
 
Hintergrundinformationen: Das Vorhaben „Kinderfreundliche Kommune“ wurde 2012 in Deutschland ins Leben gerufen und basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative. Diese setzt sich seit 1996 international dafür ein, die Kinderrechte auf kommunaler Ebene zu verwirklichen. In Deutschland haben sich bereits zahlreiche Kommunen dem Programm angeschlossen. Die Stadt Wolfsburg nimmt seit 2012 am Programm teil und wurde in 2014 erstmalig mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ für vier Jahre ausgezeichnet. In 2019 wurde das Siegel im Rahmen der Siegelverlängerung erneut für drei Jahre vergeben. Die Träger des Vereins „Kinderfreundliche Kommunen e.V.“ sind UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk. Das Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
 
Foto: oh/Viki_B
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