Der Kultursommer im Billen-Pavillon, vom 18. August bis 8. September soll viele Gelegenheiten bieten, sich über das Baudenkmal zu informieren.

Blick von der Bildhauerei in das Atrium. Hier wird die Ausstellung „STEIN-REICH“ vom Institut Heidersberger gezeigt.

Ausstellungen, Musik, Führungen und Gespräche, Kunstaktionen und ein Sommercafe, der Kultursommer im Billen-Pavillon in Wolfsburg vom 18. August bis 8. September soll viele Gelegenheiten bieten, sich über das Baudenkmal zu informieren, die Räume in kreativer Nutzung zu erleben und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Jetzt steht das gesamte Programm fest. Offiziell eröffnet wird der Kultursommer im Billen-Pavillon am Sonntag, 18. August, um 15 Uhr durch Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide und Bernd Rodrian vom Institut Heidersberger.
Geöffnet ist das Gebäude jeweils donnerstags von 16 bis 22 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Das Institut Heidersberger zeigt in der ehemaligen Bildhauerei die Ausstellung STEIN-REICH mit Aufnahmen des Pavillons von Heinrich Heidersberger aus den frühen 1960er Jahren, die zum Teil noch unveröffentlicht sind. Hinzu kommt ein Rundgang der Unteren Denkmalschutzbehörde mit Informationen zur Architektur und Geschichte des Gebäudes.
Die erste Veranstaltung am Donnerstag, 22. August, um 17 Uhr steht dann unter dem Motto „Material“. Anita Placenti-Grau vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation spricht in einer geführten Begehung der Räume mit dem Steinmetzen Friedrich Aly und Reinhold Baxmann (Hildesheim) und anderen ehemaligen Billen-Mitarbeitern als Zeitzeugen über Material, Handwerk und die Arbeit der Steinmetze und Steinbildhauer im Natursteinwerk. Auch das Kunstwerk neben dem Gebäude wird thematisiert.
Alles um Kunst und Kreativität dreht sich am Sonntag, 25. August. Um 11 Uhr bieten die Kreativwerkstätten im Kulturwerk der Stadt Wolfsburg eine Kunstaktion für Kinder an. Ausgangspunkt ist die Ausstellung „Kollektive Kreaturen. Ein monströses Kunstprojekt“, die von den Kreativwerkstätten in den ehemaligen Büroräumen gezeigt wird. Am Nachmittag lädt der Kunstverein Wolfsburg um 15 Uhr zu einem Künstlergespräch ein. Leiter Dr. Justin Hoffmann spricht mit den Künstlern Folke Köbberling und Bernd Schulz über ihre Installationen am und im Billen-Pavillon.
Köbberling, die an der Technischen Hochschule Braunschweig das Institut für Architekturbezogene Kunst leitet, hat für das Gebäude die Installation „Low Tec Isolation“ entwickelt. Diese wird an der westlichen Außenwand in Richtung Berliner Brücke entstehen, die ursprüngliche eine Innenwand war und nach Abriss der Werkhallen von außen sichtbar ist. Der Wolfsburger Lichtkünstler Bernd Schulz lässt durch die Projektionen seiner Installation „InsideOut“ die nicht zugängliche nördliche Werkhalle von außen erlebbar werden.
Um die in Wolfsburg und Niedersachsen einmalige Architektur des Pavillongebäudes geht es am Donnerstag, 29. August, um 17 Uhr. An diesem Tag ist die Veranstaltungsreihe „Achtung modern – Architektur zwischen 1960 und 1980“ der Arbeitsgemeinschaft Denkmalpflege der Braunschweigischen Landschaft im Billen-Pavillon zu Gast.
Dr. Jan Lubitz, Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, und Professor Berthold Burkhardt, der 2014 das erste Gutachten für das Pavillongebäude erstellt hat, geben Impulse. Erläutert werden das architektonische Konzept und seine Vorbilder, wie Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon und die Architekturlehre der Braunschweiger Schule.
Architektur und Kunst sind auch die Themen am Sonntag, 1. September. Um 11 Uhr lädt das Institut Heidersberger zur Matinee. Gesprächsgast ist Harald Müller vom Büro David Chipperfield Architects (Berlin) das aktuell die Sanierung von Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie in Berlin durchführt. Hinzu kommt die Fotografin Jana Müller vom Archiv Elzel/Müller (ebenfalls Berlin), die in ihren Arbeiten das Verschwinden bedrohter Orte dokumentiert. Moderiert wird das Gespräch von Sebastian Frenzel, Redakteur der Kunstzeitschrift Monopol.
Unter der Überschrift „Geschichte“ findet am Donnerstag, 5. September, um 17 Uhr ein zweites Zeitzeugengespräch statt zum Thema „Wolfsburg und das Unternehmen Naturstein Billen“. Florian Billen, Sohn des Unternehmensgründers Hans Billen, Günther Graf von der Schulenburg und andere sprechen mit Bernd Rodrian vom Institut Heidersberger über die eng verknüpfte Firmen- und Stadtgeschichte. Im Anschluss gibt es um 20 Uhr Musik. Schüler der Musikschule Wolfsburg bringen in einem kleinen Konzert die Räume zum Klingen.
Den Abschluss des Programms bildet am Sonntag, 8. September, der Tag des offenen Denkmals. Ab 11 Uhr finden zu jeder vollen Stunden Expertenführungen mit den Fachleuten der Unteren Denkmalschutzbehörde statt, ab 13 Uhr jeweils im Dialog mit den externen Gutachtern Markus Loschinsky, Büro Dr. Krekeler Architekten (Braunschweig) beziehungsweise Hermann Baars, Martens+Puller Ingenieurgesellschaft (Braunschweig). Im Mittelpunkt stehen hier Fragen und Informationen zur denkmalgeschützten Architektur und Herausforderungen einer Ertüchtigung des Gebäudes.
Mit den Veranstaltungen wollen die Initiatoren Bernd Rodrian und Ali Altschaffel unterstützt durch die Untere Denkmalschutzbehörde und das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg auf das Potential des Gebäudes aufmerksam machen und Ideen für mögliche künftige Nutzungen ausprobieren. Unabhängig von den Veranstaltungen können während der Öffnungszeiten die Räume und Ausstellungen besichtigt werden. Das Sommercafe vor dem Pavillon lädt ein zum „Chillen bei Billen“ mit Live-Musik, verschiedenen DJ’s und Musik aus der Konserve.
Kultursommer im Billen-Pavillion.

Impressionen des Kultursommers am Billen-Pavillon.

Foto: oh/Ali Altschaffel.
Perspektive: oh/Stadt Wolfsburg, Forum Architektur.
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