Am 21.2.2019 um 19 Uhr ist es wieder soweit:

Der Kunstverein Wolfsburg wird nicht nur zwei neue Ausstellungen eröffnen, er startet damit auch in das Jahresprogramm 2019 „Utopie und Regulierung in der digitalisierten Welt“. In der derzeitigen Phase der Digitalisierung lassen sich zwei gegenläufige Tendenzen beobachten, einerseits den Wunsch nach neuen Freiheiten und Räumen, andererseits eine Verfestigung von Strukturen und Maßnahmen der Begrenzung und Regulierung. Der Kunstverein Wolfsburg will die kulturelle Bedeutung des gesellschaftlichen Prozesses der Digitalisierung herausstellen und dabei ästhetische und emotionale Aspekte der Digitalisierung berücksichtigen.

Das erste Ausstellungsprojekt 2019 wird sich einem ungewöhnlichen Thema widmen: dem Bedürfnis nach und Ausdruck von Spiritualität im Zusammenhang mit Technologie. In „spiritual * digital“ zeigen die Künstler Jörg Brinkmann, Philipp Geist, Polina Lapkovskaja, Muhannad Shono und Rui Zhang ihre Werke. Kuratiert wurde die Ausstellung, die vom 22. Februar bis 05. Mai 2019 zu sehen ist, von Justin Hoffmann.

Zur Eröffnung am 21. Februar 2019 um 19 Uhr wird es eine Performance von Polina Lapkovskaja geben, bei der die Wirkung binauraler Beats auf unsere Gehirnwellen eine Rolle spielt.

Der virtuelle Raum ist zunächst unbesetzt und kann so mit neuen Bedeutungen, Hoffnungen und Zielen belegt werden. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit Technologien unser spirituelles Bewusstsein verändern können. Vergleichbar mit den digitalen virtuellen Welten wird Spiritualität durch Erfahrungen geprägt. Dabei spielt das Erlebnis als individuelle Existenz in der Totalität des Universums eine wichtige Rolle. Der Blick auf den unendlichen Kosmos erzeugt beim Menschen oftmals Fragen nach dem Sinn seiner Existenz. Die Künstler der Ausstellung spiritual * digital beschäftigen sich in ihren künstlerischen, digitalen Arbeiten auf sehr unterschiedliche Weise mit spirituellen Themen.

Die Ausstellung spiritual *digital wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Stadt Wolfsburg und der Hanns-Lilje-Stiftung gefördert.

 

Zeitglich am 21. Februar 2019 um 19 Uhr eröffnet im Raum für Freunde die Ausstellung „Ralf Tekaat – Lost Icebergs“. Bis 07.04.2019 sind die Werke des zeitgenössischen deutschen Künstlers über das „unewige Eis“ in Wolfsburg zu sehen.

Ralf Tekaats Medium ist die Zeichnung, dies können kleinformatige Bleistift- oder Farbstiftzeichnungen sein, ebenso wie große Wandinstallationen. Eine Besonderheit seines Schaffens sind Zeichnungen verschiedenster Techniken, die Eisberge zeigen. 2017 startete der Künstler eine Crowdfunding-Kampagne und sammelte so das Geld für eine Stipendien-Reise in die Polarregion Spitzbergen, einem der wenigen Orte auf der Erde, an dem man noch echte Eisberge vorfindet. Noch. Denn bedingt durch den Klima-Wandel schmilzt das arktische Eis zunehmend und die Erscheinung von Eisbergen wird in absehbarer Zeit nicht mehr Teil unserer Welt sein. Die Reise und die Zeichnungen werden in der Ausstellung thematisiert.

 

Foto: Kunstverein Wolfsburg