Der 34. Spieltag und damit die letzte Chance auf drei Punkte in dieser Saison steht bevor: Klassenerhalt, Relegation, Abstieg – für den schwer angeschlagenen VfL Wolfsburg ist im nervenaufreibenden Abstiegsroulette der Fußball-Bundesliga noch alles drin. Am Samstag, 12. Mai, treffen die Wölfe in der Volkswagen Arena auf den 1. FC Köln – ein Spiel bei dem die Konstellation kaum spannender sein könnte. Denn der Verbleib auf dem 16. Rang und der damit verbundene weitere Kampf in der Relegation, aber auch der direkte Abstieg und unter Umständen sogar der direkte Klassenerhalt sind noch möglich. Zumindest im Fernduell mit dem Hamburger SV um Platz 16 halten die Niedersachsen eigentlich alle Trümpfe in der Hand.

Ein simpler Punkt am 34. Spieltag gegen Köln würde ausreichen, um wie im Vorjahr zumindest noch die Relegationsspiele zu erreichen. „Die Enttäuschungen der letzten Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre hier im Klub können wir jetzt nicht verändern“, erklärte VfL-Cheftrainer Bruno Labbadia vor dem Spiel der Wahrheit am Samstag (Anstoß um 15.30 Uhr) gegen die Domstädter und sieht seine Elf vor dem Aufeinandertreffen mit den Geißböcken in der Pflicht. „Wir müssen für uns den richtigen Umgang für die Situation finden. Wir müssen das Handeln in den Vordergrund stellen, weil wir stehen in der Verantwortung. Vor allem eine top Mannschaftsleistung wird gefragt sein. Aber sicher ist: Jeder, der auf den Platz läuft, weiß, was zu tun ist. Ich glaube fest daran, dass wir es schaffen.“ Damit meint Labbadia wohl erst einmal den Relegationsplatz, den die Wölfe mit einem Unentschieden sicher hätten. Verliert der VfL gegen die bereits abgestiegenen Kölner, droht 21 Jahre nach dem Bundesliga-Aufstieg aber die erstmalige Rückstufung in die Zweitklassigkeit – wenn der HSV zeitgleich gegen Borussia Mönchengladbach gewinnt. Auf Labbadias Mannschaft lastet ein großer Druck, den sie in den vergangenen Wochen nicht schultern konnte. Von der Möglichkeit, noch am SC Freiburg vorbeizuspringen und den Klassenerhalt ohne Extrarunde klarzumachen, spricht in der Autostadt derzeit kaum jemand.

Die völlig verkorkste Saison hat zu großem Frust in Wolfsburg geführt. Der Rückhalt für ein Team, das sich einfach nicht aufbäumt und in diesem Jahr noch kein einziges Heimspiel gewonnen hat, schwindet immer mehr. Vor dem Schicksalsfinale am Samstag ist die Stimmung in Wolfsburg auf dem Tiefpunkt. Einige Anhänger sehen einen Abstieg sogar als Chance, den Klub zurückzuerobern. Es wirkt fast so, als müsste Trainer Bruno Labbadia es für die Wölfe quasi im Alleingang reißen. Der 52-Jährige setzt im Endspurt ganz auf seine Erfahrung als Retter und auf seinen Instinkt. Keinen Anlass für besondere Maßnahmen erkannte der Ex-Profi daher vor dem besonderen Spiel. „Ich habe keinen Grund für großes Trara gesehen“, betonte Labbadia, der von den Fans kritisch beäugt wird. Die neuformierte Klubspitze setzt auf die Retter-Fähigkeiten von Labbadia und auf ein Aufbäumen der bislang selten als echte Mannschaft agierenden Profis.

Wolfsburg steht erneut vor dem Abstieg: Wenn der VfL am Samstag (15:30 Uhr) das Heimspiel gegen Köln verliert und der HSV gleichzeitig gegen Mönchengladbach gewinnt, steigt Wolfsburg ab. Andernfalls gibt es wahrscheinlich zwei Relegationsspiele gegen Holstein Kiel, nur mit Glück könnte man noch Freiburg überholen. In der Relegation wären die Grün-Weißen angesichts der Verfassung der letzten Wochen sogar Außenseiter.

Fotos: oh/VfL Wolfsburg

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