In Wolfsburg-Mörse gibt es die Deumeland-Straße, doch wer war dieser Heinrich Deumeland, der an diesem Freitag 200 Jahre alt geworden wäre?

Heinrich Deumeland auf einem Foto aus dem Jahre 1886.

 

Den Dichtern Heinrich Deumeland aus Mörse zum 200. Geburtstag und Hoffmann von Fallersleben zum 224. Geburtstag

In Wolfsburg-Mörse gibt es die Deumeland-Straße, doch wer war dieser Heinrich Deumeland (1822 – 1889), der an diesem Freitag 200 Jahre alt geworden wäre? Antworten gibt der Deumeland-Kenner Udo Scharf, der selbst in Mörse wohnt. Er ist am Freitag, 8. April, zu Gast im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K und spricht auf einem Museumsrundgang mit Christina Dykan Andrés und Nicole Trnka über den zeittypischen und zugleich besonderen Lebensweg des „ersten Dichters aus Mörse“. Die Museumsmitarbeiter*innen ihrerseits zeigen Wegkreuzungen der Zeitgenossen Hoffmann und Deumeland auf.
Heinrich Deumeland veröffentlichte seine Gedichte, Geschichten sowie Zeitgedanken im Selbstverlag und in verschiedenen Zeitungen. Sogar in amerikanischen Blättern wurde er gedruckt. Seine oft humoristischen Erzählungen geben Einblicke in das dörfliche Leben und in die Ständegesellschaft im 19. Jahrhundert. Zugleich bilden sie ein Zeugnis der Sprachgeschichte, denn Heinrich Deumeland schrieb sowohl im lokalen „Plattdütsch“ als auch auf Hochdeutsch.
Hoffmann von Fallersleben erforschte wiederum die lokalen Dialekte und wollte mit seinen Literatur-Forschungen zur Etablierung einer deutschen Einheitssprache beitragen. Und so folgt dem Einführungsgespräch eine Lesung aus Texten Heinrich Deumelands unter anderem mit Siegfried Mahlmann in plattdeutscher Mundart. Aber auch auf Hochdeutsch kommt der Jubilar Deumeland beinahe „höchstselbst“ zu Wort.
Das Programm an diesem Freitag, 8. April, beginnt um 18:30 Uhr, der Eintritt ist frei. Aufgrund der geltenden Corona-Maßnahmen ist eine vorherige Anmeldung unter Telefon 05362-52623 oder per E-Mail an hoffmann-museum@stadt.wolfsburg.de erforderlich. Im Museum gilt zur Teilnahme die 3G-Regelung sowie Masken- und Abstandspflicht.
 
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Heinrich Deumeland – die zwei Dichter aus unserer Region waren Zeitgenossen. Hoffmann, 24 Jahre älter als Deumeland, feierte bereits am 2. April Geburtstag. Beide waren ihrer Heimat verbunden. Hoffmann kam seit seinem 15. Lebensjahr nur noch zu Besuch, Deumeland blieb zeitlebens vor Ort. Der eine konnte sich bildungsbürgerlich frei entfalten. Der andere musste entgegen den eigenen Ambitionen noch in Jugendjahren den Hof des Vaters übernehmen. Für den schreibenden Landwirt aus Mörse bedeuteten „Bildung und Aufklärung […] die besten Waffen gegen alle Tyrannei!“. Und so nutzte er jede ihn bildende Möglichkeit, zum Beispiel den Besuch einer Fortbildungsschule für Erwachsene. Für die Abschaffung der Ständegesellschaft, für Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit setzte sich der Mörser Kleinbauer im Revolutionsjahr 1848/49 ein. Das waren auch die Ziele des deutschlandweit gefeierten Hoffmann als einer der bekanntesten Dichter der Vormärzzeit. Erstaunlich ist Deumelands europäische Vision: Bereits in den 1880er Jahren, nach der Gründung des Deutschen Reiches, dachte er an einen vereinigten Staat Europa, um Kriege und blutige Revolutionen zukünftig zu verhindern.

 

In Wolfsburg-Mörse gibt es die Deumeland-Straße, doch wer war dieser Heinrich Deumeland, der an diesem Freitag 200 Jahre alt geworden wäre?

Hoffmann von Fallersleben, Porträt um 1835.

Foto: oh/Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K Wolfsburg

Foto: oh/Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K Wolfsburg

 

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