Ab Dienstag, 26. Januar, kann man studentische Ideen zu Alvar Aaltos Kirche am Klieversberg in der Heilig Geist-Kirche betrachten.

(von links): Johannes Thormeier, Pastor der Lukas-Gemeinde, Esther Orant, Forum Architektur der Stadt, Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide und Felix-Henri Rebers, Technische Universität Braunschweig, begutachten die studentischen Entwürfe zu Alvar Aaltos Heilig-Geist Kirche.

Studentische Ideen zu Alvar Aaltos Kirche am Klieversberg.

Die Bauten des finnischen Architekten Alvar Aalto zählen weltweit zu den Ikonen der Nachkriegsarchitektur. In Wolfsburg hat Aalto gleich dreimal gebaut und damit der Stadt ein stark prägendes kulturelles Erbe hinterlassen. Dieses gilt es zu bewahren und in die Zukunft zu bringen, insbesondere wenn, wie im Fall der Heilig-Geist Kirche, die ursprüngliche Nutzung sich wandelt. Wie dieses aussehen könnte, darüber haben sich Studierende der Technischen Universität Braunschweig Gedanken gemacht. Ihre Ideen werden in den kommenden Wochen in Zusammenarbeit mit dem Forum Architektur der Stadt Wolfsburg gezeigt. Ab Dienstag, 26. Januar, sind sie direkt in der Heilig Geist-Kirche und im Schaufenster des Alvar-Aalto-Kulturhaus zu sehen.
 
Bereits im Frühjahr 2020 haben sich die Studierenden unter der Leitung von Professor Almut Grüntuch-Ernst und Felix Henri Rebers vom Institut für Entwerfen und Gebäudelehre der Technischen Universität Braunschweig mit der Frage beschäftigt, welche Möglichkeiten einer Umnutzung das Gebäudeensemble aus Kirche, Gemeindehaus, Pfarrhaus und Kindergarten bietet und wie diese baulich realisiert werden könnten. Die entstandenen Ideen reichen von zurückhaltend pragmatischen Vorschlägen bis hin zu utopischen Denkanstößen. “Gerade die kleine Präsentation des Entwurfskanons in der Kirche lädt ein zu einem individuellen Besuch und einer intensiven Auseinandersetzung mit den studentischen Arbeiten, die uns eine Fülle von guten Impulsen bieten”, hebt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide hervor.
 
Unter den präsentierten Entwürfen ist auch der Preisträger des Wolfsburg Award for urban vision 2020, der wegen seines behutsamen Umgangs mit dem Bestehenden ausgezeichnet wurde. Die Projektidee beruht auf dem Wunsch, sowohl den Kirchenraum als Begegnungsort, als auch das Raumerlebnis der Architektur Alvar Aaltos zu erhalten. Ergebnis ist das Konzept eines “Aalto Forum”, in dem ein variables, auf den Kirchenraum abgestimmtes Möbelsystem unterschiedliche Nutzungen und Veranstaltungen ermöglicht und der Raum den im Stadtteil wohnenden Menschen erhalten bleibt – zum Beispiel als Markthalle, Kantine oder Seminarraum.
 
Aber auch ganz andere Ideen sind entstanden. Deutlich spektakulärer ist der Vorschlag einer “Aalto Therme”. Hier steht ebenfalls das Architekturerlebnis im Mittelpunkt, wenn auch auf völlig andere Weise umgesetzt. Gezeigt wird, wie es aussehen könnte, wenn man die verschiedenen Bereiche einer römischen Therme auf das Gebäudeensemble überträgt: ein doppeltes Erlebnis aus Wellness und Raumeindruck. “So etwas tatsächlich zu bauen, ist natürlich nicht Ziel eines solchen Entwurfs. Aber er ermutigt, offen zu denken und führt die herausragende Qualität von Aaltos Architektur eindrucksvoll vor Augen”, erläutert Esther Orant vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg.
Insgesamt werden sechs Entwürfe präsentiert, darunter ein KiTa-Konzept, eine Bibliothek und ein Begegnungszentrum. Zu sehen sind die Arbeiten bis einschließlich zum 19. Februar im Schaufenster des Alvar-Aalto-Kulturhaus sowie parallel in der Heilig-Geist Kirche. Die Kirche ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

 
Foto:oh/Stadt Wolfsburg/Lars Landmann
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