Die eisigen Objekte im äußeren Sonnensystem sind Zeugnisse seiner frühesten Entwicklung und besonders interessant für die Wissenschaft.

Ihre detaillierte Erforschung wird erschwert durch die großen Entfernungen und enormen Kosten solcher Missionen. Die amerikanische New Horizons Mission wagte sich allen Widrigkeiten zum Trotz in diese fernen Regionen unseres Sonnensystems und sandte spektakuläre Bilder zurück zur Erde.

Missionen ins äußere Sonnensystem sind überaus teuer, nur selten durchführbar und durch lange Laufzeiten gekennzeichnet, wegen der großen zu überwindenden Entfernungen. Andererseits erreichen Objekte aus den äußeren Regionen des Sonnensystems auch die erd- oder sonnennahen Bereiche, da sie auf exzentrischen (also stark elliptischen) Bahnen die Sonne umrunden. Dann können wir sie mit etwas Glück als Kometen Beobachten oder mit Raumsonden erforschen.

Kometen entstammen u. a. einem Reservoir aus Eisobjekten, das auch größere planetare Körper, so genannte Zwergplaneten, umfasst und das jenseits der Neptunbahn in etwa scheibenförmig um die Sonne angeordnet ist. Diese Region wird als Edgeworth-Kuiper-Gürtel bezeichnet. Dort befindet sich auch der Zwergplanet Pluto mit seinen Monden, der erstmals im Juli 2015 von der Sonde New Horizons besucht wurde, die beim Vorbeiflug spektakuläre Bilder der Oberflächen von Pluto und seinem großen Mond Charon zurück zur Erde sandte. Seitdem wagt sich die Sonde immer tiefer in diesen unerforschten Bereich unseres Sonnensystems vor und soll zum Jahreswechsel 2018/19 an dem ca. 40 km großen Eiskörper (486958) 2014 MU69 (auch „Ultima Thule“ genannt) vorbeifliegen und zahlreiche Daten sammeln. Erste Bilder dieses spektakulären Vorbeifluges an dem am weitesten entfernten Objekt das je von einer Raumsonde besucht wurde, sollen – bei hoffentlich erfolgreicher Mission – in dem Vortrag präsentiert werden.

Dr. Roland Wagner, Jahrgang 1953, studierte Physik und Geologie an der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU), München. Nach dem Studium arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Planetare Fernerkundung am Institut für Optoelektronik des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen und wechselte Anfang der 90er Jahre an das Institut für Planetenforschung des DLR in Berlin-Adlershof. Dort ist er seitdem als Planetenforscher tätig und war an zahlreichen Raumfahrtprojekten von DLR, ESA und NASA beteiligt. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Erforschung der Eismonde des äußeren Sonnensystems und die Altersdatierung von Oberflächen im inneren und äußeren Sonnensystem. Herr Dr. Wagner war und ist u. a. an folgenden Missionen beteiligt:

  • NASA-Mission „Galileo“ zum Jupiter und seinen Monden
  • NASA-Mission „Cassini“ zum Saturn und seinen Monden
  • ESA-Mision „Mars Express (MEX)” zum Mars
  • NASA-Mission „Dawn“ zum Asteroiden Vesta und dem Zwergplaneten Ceres
  • geplante ESA-Mission „JUICE“ zum Jupiter

 

Der Vortrag findet in der Kuppel des Planetariums Wolfsburg statt.

Es gelten die regulären Eintrittspreise 8,50 Euro und 6,00 Euro.

Service: Planetarium Wolfsburg, Uhlandweg 2

info@planetarium-wolfsburg.de

Ticketshop auch im Internet unter www.planetarium-wolfsburg.de.

 

Foto: Roland Wagner

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