Die Flexibilität, eine starke Öffnung in den Stadtraum und die Suche nach neuen Formaten prägten das Baukulturjahr 2020 in Wolfsburg.

Der Kinderbeirat Wolfsburg mit Daniel Pollok beim Besuch der archäologischen Grabung am Sonnenkamp.

Das Baukulturjahr 2020 im Forum Architektur.

Ein großes Maß an Flexibilität, eine noch stärkere Öffnung in den Stadtraum und die Suche nach neuen Formaten prägten das Baukulturjahr 2020 in Wolfsburg. Einiges musste abgesagt oder verschoben werden. Doch das Fazit des Forum Architektur der Stadt Wolfsburg fällt durchaus positiv aus. “Der öffentliche Raum mit seine Qualitäten und vor allem die Grünräume haben bei vielen Menschen eine neue Wertschätzung erfahren”, unterstreicht Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.
“Die eigene Stadt wurde bewusster gesehen und wahrgenommen. Viele Menschen haben die Monate ohne Veranstaltungen und Reisen genutzt, um Wolfsburgs grüne Räume, Straßen und Plätze zu erkunden”, ergänzt Nicole Froberg, Leiterin des städtischen Fachgebiets Baukultur. “Das ist ein Erfahrungsschatz, den wir nach Kräften unterstützen und mit dem wir in unserem Jubiläumsjahr 2021 sehr gut weiterarbeiten können.” Das Forum Architektur, das als kleine Institution im Baudezernat der Stadt angesiedelt ist, besteht seit 2001.
Unter dem Motto “Hoch leben! Wohnhochhäuser in Wolfsburg gestern, heute und morgen” hatte das Jahr 2020 am 11. Februar mit einem Ausstellungsprojekt in der Bürgerhalle begonnen. Das Begleitprogramm startete mit einem Architekturdialog als Diskussionsrunde mit Bauverantwortlichen, Investierenden, Architekturschaffenden und Vertretenden von Wohnungsgesellschaften sowie der Stadt, während die zusätzlich geplanten Führungen durch historische und aktuelle Hochhaus-Projekte mit Beginn der Corona-Pandemie abgesagt oder verschoben werden mussten.
Bewährte und jährlich durchgeführte Formate wie der “Tag der Architektur” am letzten Wochenende im Juni, der “BauSommer” mit den Führungen über aktuelle Baustellen und der “Tag des offenen Denkmals” im September konnten nicht in der langjährig bewährten und geschätzten Form angeboten werden.
“Sie wurden ersetzt durch neue Formate, die zum Teil sogar langlebiger sind”, erläutert Esther Orant als verantwortliche Projektleiterin im Forum Architektur. So wurde die geplante Radtour zum “Tag der Architektur” in Zusammenarbeit mit dem Fahrradbeauftragten der Stadt als digitale Karte mit einer Wegeführung und Informationen zu den fünf ausgewählten Objekten im Internet umgesetzt, wo sie noch immer abrufbar ist unterwww.wolfsburg.de/TagDerArchitektur. Eine Weiterführung dieses Angebots für 2021 ist angedacht.
Zum “Tag des offenen Denkmal” lud ein Denkmalquiz zur Recherche im Denkmalatlas Niedersachsen ein. Mit erfreulich großer Beteiligung, auch über die Stadt und Region hinaus, wurde dabei die neue öffentliche Denkmaldatenbank des Landes Niedersachsen auf spielerische Weise erkundet. Zusätzlich wurden im Mai zwei Denkmalrundgänge entwickelt und in der Lokalpresse vorgestellt. Sie erläutern die Denkmale in der östlichen Innenstadt und in Detmerode und sind ebenfalls zu finden unterwww.wolfsburg.de/architektur.
Auch die Baukulturarbeit für Kinder und Jugendliche wurde im reduzierten Rahmen fortgesetzt mit der Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien und –konzepten sowie einigen wenigen Architekturführungen für Schulklassen, während die öffentlichen Architekturführungen vollständig eingestellt werden mussten. Ein Höhepunkt war hier sicher der Rundgang des Kinderbeirats Wolfsburg über die archäologische Grabung am Sonnenkamp im September.
Besonders viel Zeit investierte das Forum Architektur in die Hochschularbeit. Der im Januar ausgelobte Studentenwettbewerb “Wolfsburg Award for urban vision” 2020 konnte fast ohne Veränderungen durchgeführt werden. “Aufgrund der Einschränkungen der Betreuung an den Hochschule suchten gerade die Studierenden an ihren Heimarbeitsplätzen den intensiven Austausch mit uns, so dass letztlich mit 26 eingereichten Arbeiten aus 13 Lehrstühlen kein Unterschied zu den Vorjahren festzustellen war”, bilanziert Esther Orant. “Das gilt auch für die Qualität der entstandenen Entwürfe.” Auch Arbeiten aus dem europäischen Ausland wurden eingereicht. Ein kleiner Wehrmutstropfen war allerdings die notwendige Absage der festlichen Preisverleihung im November.
Als weitere umfangreiche Hochschulprojekte wurde von der Technischen Universität Braunschweig 2020 ein visionärer Entwurf zur Zukunft der Heilig-Geist-Kirche erarbeitet, dessen Ergebnisse in den kommenden Wochen noch genauer vorgestellt werden sollen. Eine weitere Gruppe von Studierenden der Alanus Hochschule aus Alfter bei Bonn beschäftigte sich im Spätsommer intensiv vor Ort mit dem Dunantplatz. Ihr Projekt wird als temporäre künstlicher Intervention voraussichtlich im Mai 2021 auf dem Platz am Klieversberg gezeigt. “Wir haben aus den letzten Monaten gelernt, mit unseren Projekten zunehmend auf die Straße zu gehen”, hebt Nicole Froberg hervor, “aber das ist durchaus ein Gewinn, denn unsere Themen “Stadt und Raum” finden hier eine Fülle von Anknüpfungspunkten.”
“Insgesamt kann die Stadt Wolfsburg für das Jahr 2020 in Bezug auf die Baukultur resümieren, dass gerade das Thema öffentlicher Raum stärker in den Fokus gerückt wurde, aber auch die bewährte Form in digitaler Form weiter entwickelt wurde”, bekräftigt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide. “Hieraus ist ein Fundus entstanden, der in Zukunft ergänzend zu dem Altbewährten genutzt werden kann.”
Foto: oh/Stadt Wolfsburg

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