Die Krisenphänomene indes sind nicht neu. Schon in den 1960er Jahren sahen sich die bundesdeutschen Innenstädte mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert.

Blick in die Porschestraße 1983.

Nicht erst seit der Pandemie steht die Zukunft zahlreicher Innenstädte infrage.

Die Krisenphänomene indes sind nicht neu. Schon in den 1960er Jahren sahen sich die bundesdeutschen Innenstädte mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Im Kampf gegen diese grassierenden innerstädtischen Probleme entwickelte sich seinerzeit die Fußgängerzone Schritt für Schritt zur Patentlösung, auch in Wolfsburg. Eine Ausstellung des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) in Kooperation mit dem Forum Architektur der Stadt Wolfsburg zeigt vom 8. Oktober bis 14. November in der Porschestraße, wie die Wolfsburger Fußgängerzone entstand. Historische Ansichten veranschaulichen die Entwicklung von der einstigen Hauptverkehrsader zur Verweillandschaft. Die Ausstellung ist an zentraler Stelle in der Fußgängerzone auf Höhe der City-Galerie zu sehen. Auf der Schaufensterfläche von Schreibwaren Haase in der Porschestraße 60 und der Außenfläche des Auric-Hörcenter-Pavillons, Porschestraße 58a, erläutern insgesamt elf Ausstellungstafeln die Entstehung der Fußgängerzone von den ersten Überlegungen im Bauausschuss Mitte der 1960er Jahre bis zur feierlichen Eröffnung 1980. Die großzügig angelegte “Bummelstraße” sollte als Verweillandschaft nicht nur ein angenehmes Ambiente für den Konsum schaffen, sondern auch der Stadt geben, was sie so lange vermisst hatte, ein Herz.

Die Ausstellung rekapituliert die Geschichte des geplanten innerstädtischen “Einkaufsparadieses” wie auch die Porschestraße als repräsentative Stadtlandschaft, die über Ansichtspostkarten quer durch die Republik und darüber hinaus versandt werden konnte. “Unsere in den späten 1970er Jahren geschaffene Fußgängerzone sollte den Bürgerinnen und Bürgern Raum geben zur gemeinschaftlichen Interaktion und sozialem Austausch, sie sollte nicht nur den Konsum befördern, sondern eben auch und insbesondere ein Ort der Kommunikation sein”, bekräftigt Oberbürgermeister Dennis Weilmann. “Dass sie das auch wirklich gewesen ist, zeigen die in der Ausstellung präsentierten Fotografien.” “Der Blick auf die Geschichte und der Austausch über den Bestand sind gerade zu diesem Zeitpunkt sinnvoll und wichtig. Denn als erster Schritt einer Auseinandersetzung mit Porschestraße muss die Analyse stehen, in die wir aktuell bereits mit Gehl-Architekten eingestiegen sind”, erläutert Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide. Am Donnerstag, 14. Oktober, um 17 Uhr lädt das Institut für Zeitgeschichte (IZS) ausgehend von der Ausstellung zu einem dialogischen Stadtspaziergang mit Ulrich Brinkmann ein. Brinkmann ist Redakteur der Zeitschrift Bauwelt und ausgewiesener Kenner der Entwicklung der Fußgängerzone als Element des Städtebaus.

Er wirft mit uns einen Blick zurück in jene Zeiten, als überall in Deutschland Fußgängerzonen geschaffen wurden und analysiert die Besonderheiten der Wolfsburger Verweillandschaft. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung jedoch erforderlich unter der E-Mail: alexander.kraus@stadt.wolfsburg.de Ein zweiter Stadtspaziergang des Forum Architektur findet am Mittwoch, 27. Oktober, um 16.30 Uhr statt. In der Reihe “Unterwegs mit…” lädt dann Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide ein zu einem dialogischen Rundgang. Gemeinsam mit der Berliner Landschaftsarchitektin Dr. Antje Backhaus aus dem Gestaltungsbeirat der Stadt Wolfsburg und Tim Rieniets, Professor für Stadt- und Raumentwicklung an der Leibniz Universität Hannover wird ausgehend von der historischen Entwicklung der Blick auf die Gegenwart und die zielführende Zukunft der Porschestraße geworfen. Die Teilnahme ist auch hier kostenlos, eine Anmeldung jedoch erforderlich unter der E-Mail: forum.architektur@stadt.wolfsburg.de. 

 Foto: oh/IZS/Stadt Wolfsburg

Tags:

Ähnliche Artikel

Keine Ähnliche Artikel

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Scharoun Theater Wolfsburg

Bestattungen

Tierwelt Königslutter