Rollglasmanschetten an den Bäumen auf der Insel im Neuen Teich verhindern, dass die Waschbären an die Brutstätten der Graureiher gelangen.

Gemeinsame Aktion für die Graureiher-Brutkolonie am Neuen Teich

Sicher vor hungrigen Waschbären: In einer Aktion hat das Umweltamt der Stadt Wolfsburg gemeinsam mit BUND und NABU Maßnahmen zum Schutz der brütenden Graureiher am Neuen Teich umgesetzt. An den Baumstämmen angebrachte Rollglasmanschetten verhindern, dass Waschbären an die Brut der Vögel herankommen und diese auffressen. Zunächst erfolgten vorbereitende Arbeiten mit Unterstützung der Wolfsburger Entwässerungsbetriebe (WEB) und dem Grünflächenamt. Material wurde via Boot auf die Insel transportiert und die Gehölze begutachtet. Anschließend fanden aufwendige Arbeitseinsätze zur Installation der Manschetten durch Mitglieder des BUND und NABU an mehreren Tagen statt.

 

Stadtrat Andreas Bauer: „Im Namen der Stadt Wolfsburg möchte ich allen Akteur*innen für die gute Zusammenarbeit danken. Besonders hervorheben möchte ich hierbei den NABU und den BUND, die bei dieser Maßnahme tatkräftig unterstützt haben. Wir gehen davon aus, dass wir mit dieser Maßnahme einen wirksamen Schutz der Graureiher erreichen. Natürlich werden wir das Geschehen am Neuen Teich genau beobachten. Ich schaue mit Vorfreude schon jetzt in den März, wenn der Neue Teich auch dieses Jahr wieder die Bürgerinnen und Bürger einlädt, sich am Brutgeschäft dieser imposanten Vogelart zu erfreuen.“

 

In der Nordstadt lassen sich zur Vogelbrutzeit auf der Insel im Neuen Teich neben Kormoranen auch viele Graureiher in den Baumwipfeln beim Brüten und Aufziehen ihrer Jungen beobachten. Doch die aus Nordamerika eingeschleppten Waschbären stören die Vögel: Waschbären gehören zu den Allesfressern. Da sie hervorragende Schwimmer und Kletterer sind, gehören auch Vögel und deren Gelege zu ihrem Nahrungsspektrum.

 

Bereits im Jahr 2012 haben Waschbären Graureiher aus den Brutbäumen der Insel im Neuen Teich erbeutet. Eine nachhaltige Bejagung der Tiere ist nicht immer einfach oder möglich. Um die Brutkolonie zu schützen, wurden bereits damals für Waschbären unüberwindbare Rollglasmanschetten am Stamm bekannter Brutbäume installiert. Die kommenden Jahre verliefen ruhig und die Kolonie breitete sich erfolgreich auf weitere Brutbäume aus.

 

Im vergangen Jahr haben Naturschützer erneut Waschbären auf Beutezug in den Baumkronen beobachtet. Eine Begehung vor Ort zur Ermittlung der Ursachen zeigte, dass viele Baumkronen dicht ineinander gewachsen oder Bäume durch Wind in Schräglage geraten sind. Damit war klar, dass die Waschbären nicht nur zu Nestern neuer Brutbäumen, sondern auch zu Nestern bereits ummantelter Bäume Zugang hatten, indem sie über die ungeschützten und zum Teil sehr schiefstehenden Bäume in die Kronen gelangt sind.

 

Eine Auszählung ergab, dass mehr als 60 neue Manschetten erforderlich sind, um die Brutkolonie zu schützen. Bei der Installation wurde darauf geachtet, dass sich das Rollglas etwas überlappt. Dadurch können die Manschetten über die Jahre geweitet werden, ein Einwachsen in den Stamm wird damit verhindert.

 

Foto: oh/Stadt Wolfsburg

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