Wildtiere haben eigene, um die karge Zeit zu überleben. Doch der Lockdown treibt viele Erholungssuchende in die Rückzugsräume der Tiere.

Einige Regionen sind schneebedeckt, in den nächsten Wochen soll es kalt bleiben.

Wildtiere haben eigene Strategien, um die karge Zeit zu überleben. Doch der Lockdown treibt viele Erholungssuchende in die Rückzugsräume der Tiere. Der Kreisjägermeister Robert Glanz appelliert, Wildtiere nicht zu stören.
Obwohl vielerorts Ausgangssperren gelten, lockt die weiße Winterlandschaft Corona-müde Bürger*innen in die siedlungsnahe Natur und direkt in die Rückzugsräume der heimischen Wildtiere. Reh und Wildschwein haben zwar besondere Strategien entwickelt, um Kälte und Schnee zu trotzen. Dem aktuellen Ansturm von Schlittenfahrer*innen, Hundefreund*innen und Spaziergänger*innen sind sie aber hilflos ausgesetzt. “Unser Wild braucht in diesen Tagen Ruhe, jede Störung ist kräftezehrend”, sagt Glanz. Als verantwortungsvoller Jäger stelle man deshalb jetzt die Jagd ein. “Wir verstehen das Bedürfnis, draußen zu sein, sehr gut. Wir bitten die Erholungssuchenden, auf den Wegen zu bleiben und Hunde anzuleinen.”
 
Der Winter mit seinen kurzen Tagen ist vor allem für Vegetarier wie das Reh eine schwere Zeit. Sogar der Herzschlag der Tiere wird langsamer. So kann Energie während der kalten Jahreszeit gespart werden. Die Schleimhautzotten im Darminneren sind reduziert und somit auf das geringere winterliche Nahrungsangebot angepasst. Das hilft dem Schalenwild beim Energiesparen, welches im Winter auch ohne Schneelage dringend nötig ist. Mit ihrer Energie haushalten müssen auch andere Wildtiere wie Feldhase, Rebhuhn und Wasservögel.
So suchen beispielsweise Höckerschwäne auch auf Winterrapsflächen nach Grünfutter.
Rehe versuchen zudem Energie zu sparen, indem sie etwa Spaziergänger*innen näher an sich heranlassen und sich wegducken. Sie flüchten erst in letzter Sekunde. Den Energieverlust nach einer Flucht müssen sie aber ausgleichen. Finden sie nicht ausreichend Nahrung, machen sie auch vor Forstpflanzen nicht halt – es entstehen Schäden.
 
Sind Hunde nicht angeleint, ist im Winter die Gefahr größer, dass diese ein Reh aufgrund der verkürzten Fluchtdistanz fassen und töten. Das Rotwild bildet Rudel und zieht sich in den schützenden Wald zurück. Wird durch Beunruhigung die Aufnahme von Nahrung auf Wildäckern und Offenflächen verhindert, schält Rotwild die Rinde der Bäume oder verbeißt diese, was ebenfalls forstliche Schäden verursacht. Wildschweine bekommen im Januar Nachwuchs. Die Bache bringt drei bis zwölf Frischlinge in einer Erdsenke, dem sogenannten Kessel, zur Welt. Diese sind auf die Wärme von Mutter und Geschwistern angewiesen. Solche Rückzugsräume dürfen nicht gestört werden.
Die Stadt Wolfsburg schließt sich den Hinweisen des Kreisjägermeisters an und bittet die Bürger*innen, sich achtsam unter Einhaltung des Wegegebotes in den Wolfsburger Wäldern zu verhalten.

Foto: oh/RebeccasPictures

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