Kinder- und Jugendkommission

Mit ihren individuellen Reden verabschiedeten sich Lara, Anna und Julia (v.l.) nach fünf ereignisreichen Jahren aus dem Kinderbeirat der Stadt Wolfsburg.

Beteiligung und Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche in Wolfsburger Gremien

Auf dem Abenteuerspielplatz Buntspecht Vorsfelde/Wendschott wurden in der vergangenen Woche zwölf Kinder und Jugendliche aus dem Kinderbeirat sowie aus der Kinder- und Jugendkommission von Oberbürgermeister Klaus Mohrs feierlich verabschiedet.
Zur Verabschiedung waren neben Mohrs auch Iris Bothe, Dezernentin für Jugend, Bildung und Integration, Katharina Varga, Leitung des Geschäftsbereichs Jugend sowie, als Vertreter für die Jugendförderung, Fachgebietsleiter Christoph Block gekommen. Nach der Eröffnung der Feierlichkeiten durch Marten Müller, Sozialarbeiter im Anerkennungsjahr im Kinder- und Jugendbüro, wies die kommissarische Kinderbeauftrage Bianca Liegner auf die Besonderheit dieses Abschieds hin: In den letzten Monaten hatten alle geplanten Sitzungen abgesagt werden müssen, unter anderem auch die Fahrt in den Niedersächsischen Landtag nach Hannover. Unter Berücksichtigung aller Hygienevorschriften war es dennoch möglich, im kleineren Kreis als üblich – leider ohne die Familien der Mitglieder des Kinderbeirats sowie der jugendlichen Expert*innen – zu feiern.
 
Besonders war der Abschied auch deswegen, weil erstmals seit der Konstituierung des noch sehr jungen Gremiums der Kinder- und Jugendkommission die Amtszeiten des Kinderbeirats sowie der jugendlichen Expert*innen synchronisiert wurden: “Ein Großteil der Kinderbeiratsältesten wird die Chance nutzen, direkt in die Kinder- und Jugendkommission zu wechseln, um weiter an wichtigen Entscheidungen über die Belange von Kindern und Jugendlichen beteiligt zu werden und Expert*innenmeinungen zu formulieren”, erklärte Katharina Varga.


Ein weiteres Highlight markierte der sich anschließende Redebeitrag von Anna (12), Julia (14) und Lara (13), deren Amtszeit im Kinderbeirat an diesem Tag endete

Sie waren seit der Gründung des Kinderbeirats vor fünf Jahren dabei gewesen. Die Mädchen hatten sich bereiterklärt, aus diesen Jahren zu berichten und ihre persönlichen Erfahrungen zu schildern: Erwähnt wurden unter anderem die Sitzungen zum Thema Kinderrechte, der Gestaltung des Bauschildes für das Baugebiet Sonnenkamp, die Durchführung von “Spielplatzchecks”, Treffen zum Thema Nachhaltigkeit, das Bemalen der Sitzbank vor dem Kinder- und Jugendbüro und auch die Einweihung des Kinderbücherschranks am ZOB. Lara erinnerte sich schmunzelnd, dass es vor ein paar Jahren eine Bücherspende gab, die zum Großteil aber aus Krimis – sprich Erwachsenenliteratur – bestand und daraufhin erst einmal aussortiert werden mussten. Ein treffender Satz, der den Grundgedanken der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen am besten beschreibt, kam von Julia: “Schön war es, mitzubestimmen und auch selbst Entscheidungen zu treffen, die vielleicht von Erwachsenen gar nicht getroffen werden konnten.” Anna lag die Beteiligung an der Stadtplanung sowie die Planung von Spielplätzen besonders am Herzen.

 

“Ich war von der Rede von Anna, Julia und Lara zutiefst beeindruckt”, sagte Dezernentin Iris Bothe

“Es gehört in dem Alter schon eine Menge Überwindung dazu, sich vor Publikum an ein Mikrofon zu stellen und eine so gute Ansprache zu halten. Die Fülle an Themen, die in den letzten fünf Jahren auf Wunsch der Kinder selbst bearbeitet wurde, ist großartig. Und allein die Tatsache, dass die Drei seit fünf Jahren dabei waren, zeigt: Der Kinderbeirat als Gremium ist ein voller Erfolg!”

Auch Oberbürgermeister Klaus Mohrs zeigte sich beeindruckt von der Rede und betonte im Anschluss, “dass beim Stichwort Kinderbeteiligung zwar schnell an Kinderspielplätze gedacht wird, nicht aber an die gesamte Stadtplanung. Doch Kinder, ihre Interessen und Bedürfnisse müssen auch hier unbedingt mit einbezogen werden. Dass diese Notwendigkeit in den vergangen Jahren mehr ins Bewusstsein gerückt ist – auch dank der Arbeit der Kinder und Jugendlichen – ist ein wichtiger Schritt.” Er appellierte außerdem an Erwachsene, Kinder bei Entscheidungen, die diese betreffen, grundsätzlich mehr zu beteiligen und ihnen zuzuhören. Im Anschluss an seine Rede überreichte Mohrs feierlich die Urkunden an die Kinder und Jugendlichen. Zum gelungenen Abschluss des Tages wurde, natürlich unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften, gegrillt und Stockbrot gebacken.
Die Gründung des Kinderbeirats ist eine Maßnahme des Aktionsplans “Kinderfreundliche Kommune”. Dabei handelt es sich um ein Beteiligungsformat der Stadt Wolfsburg, das Kindern die Möglichkeit gibt, ihre eigenen Themen und Meinungen in die kommunale Verwaltung und Politik einzubringen und deren Lebensumfeld unmittelbar mitzugestalten. Als kinderfreundliche und jugendgerechte Kommune legt die Stadt Wolfsburg einen wesentlichen Schwerpunkt auf den Ausbau der Kinder- und Jugendbeteiligung. In der Kinder- und Jugendkommission können sich junge Menschen aktiv an städtischen Planungen und Entwicklungen beteiligen, mit Verwaltung und Politik ins Gespräch kommen und sich für die Rechte von Kindern und Jugendlichen einsetzen.

 

 
Foto: oh/Stadt Wolfsburg
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