Volkswagen Fellowship

Outside-Office im Schlosspark Wolfsburg.

Stipendiatinnen der Volkswagen Fellowship arbeiteten und forschten vor dem Schloss Wolfsburg

Die diesjährigen Stipendiatinnen der “Volkswagen Fellowship” in der Städtischen Galerie Wolfsburg Laura Bleck und Josefine Soppa arbeiteten und forschten am vergangenen Wochenende vor dem Schloss Wolfsburg unter dem Motto: “we can’t go back to normal again”. Das Motto ist eine Anspielung auf die außergewöhnliche Zeit, die wir gerade durchleben.
Soppa/Bleck gehören als Team zur 3. Staffel der Stipendien, die Volkswagen gemeinsam mit dem Förderverein der Städtischen Galerie – jugend in der Galerie e.V. – gezielt als Kunstvermittler*innen mit innovativen Ansätzen für die Vermittlung zeitgenössischer Kunst vergibt.
 

Nicht nur das Berufsleben jeder/s Einzelnen wurde durch die Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt, auch Kunstvermittler*innen wie Laura Bleck und Josefine Soppa müssen sich fragen, wie Kunstvermittlung in Zeiten der Krisen zu konzipieren ist und was sie leisten kann. Aktuell prasseln auf die Besucher*innen von allen Seiten digitale Angebote ein. Wie werden diese Formate aufgenommen? Welche Wahrnehmung entwickeln die Betrachter*innen? Diese und weitere Aspekte regten zu interessanten Diskussionen zwischen Soppa/Bleck und dem Publikum im Park an. Denn die beiden hatten ein ungewöhnliches  “Outside-Office” eröffnet, das sich mobil um das Schloss Wolfsburg herum bewegte.
Das Designkonzept für das Office im Freien hat das Künstlerinnenduo “die Blaue Distanz” aus der Ferne für diesen Anlass entworfen.

Das Office wurde als temporärer Arbeitsort verstanden, der die digitale Erfahrung aus Quarantäne-Zeit mit der Sehnsucht nach dem Draußen und dem öffentlichen Raum verbindet und diesen in seinen neuen und digitalisierten Bedingungen untersucht

Durch den offenen, flexiblen und provisorischen Charakter wurde ein direkter Einblick in das Arbeiten der Stipendiatinnen ermöglicht. So wurde demonstriert, dass auch Prozesse, Konzepte und Diskussionen sowie Kontexte Teil der Vermittlung und des Austauschs mit Publikum sein können.
Die Vermittler*innen arbeiteten in ihrem öffentlichen “Office” nach denselben Prinzipien wie im Home-Office. In Videokonferenzen tauschten sie sich mit Kolleginnen und Komplizinnen zu aktuellen Diskussionen um Teilhabe an Kunstinstitutionen aus, entwickelten Konzepte und lasen gemeinsam Texte, die auch für das Publikum zugänglich waren und nachgelesen werden konnten.
 

Der angebotene digitale Parkwalk auf Abstand im Freien wurde sehr gut angenommen

In einem gemeinsamen Chat trafen sich das Publikum vor Ort und Interessierte, die online teilnahmen, um zusammen durch den Schlosspark, durch die jeweiligen Wohnzimmer und das Internet zu spazieren. Dabei teilten die Teilnehmenden Erfahrungen und Eindrücke, indem sie kreative Anweisungen der Vermittlerinnen befolgten oder sich selbst welche ausdachten. So interagierte das Publikum mit dem Raum und zugleich mit mehreren virtuellen Räumen im Chat. Dabei wurden Fragen nach Teilhabe, den Räumlichkeiten und Kontexten von Kunst behandelt. In einem anschließenden Gespräch erzählten Soppa/Bleck, wie dieser experimentelle Modus mit ihrem Arbeiten und Forschen zusammenhängt und sich pandemiebedingt verändert hat.
 
Soppa/Bleck resümierten: “Beim digitalisierten Parkwalk konnten wir zum ersten Mal ausprobieren, Personen an unterschiedlichen Orten miteinander zu verbinden und gleichzeitig mit einer Gruppe im analogen Raum zu interagieren und eine konkrete Anbindung zu haben. In den 3 Tagen im Outside.Office haben wir so etwas wie einen Ort und eine Gemeinschaft auf Zeit erfahren, sowohl im digitalen als auch im analogen Raum.”
“Es zeichnet die beiden Stipendiatinnen ganz besonders aus, dass sie die Formen der Kunstvermittlung mit dem unmittelbaren Geschehen verändern und experimentell überprüfen. Diese Forschungsarbeit junger Kulturschaffender ist es, die wir mit unseren VW Fellowships unterstützen und fördern wollen”, bekräftigt Benita von Maltzahn, die Leiterin des Volkswagen Kulturengagements.
Laura Bleck und Josefine Soppa arbeiten seit ihrem Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis sowie Philosophie der Künste und Medien am Kulturcampus der Uni Hildesheim in unterschiedlichen Kontexten zusammen. Sie beschäftigen sich mit der Frage nach Vermittelbarkeit von Kunst und Diskurs aus machtkritischer Perspektive und im digitalen Raum.

 

Foto: oh/Janina Snatzke

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