Kunst

Mitte der 1960er Jahre hatten auf dem Dunantplatz Autos und zu Fuß Gehende noch ausreichend Platz.

Studierende entwickeln Ideen für temporäre Aktion am Dunantplatz

Vor rund sechzig Jahren entstand der Dunantplatz am Eichelkamp mit einer aufwendigen Pflasterung, einer beeindruckenden Brunnenanlage und dem damals ersten Supermarkt in Wolfsburg. Heute scheint die fast vollständig erhaltene Gestaltung an vielen Stellen etwas in die Jahre gekommen. Der Ort wird ganz überwiegend als Parkplatz wahrgenommen und genutzt.
Die kommende Entwicklung eines Supermarktes auf der Westseite bringt auch den gesamten Dunantplatz mit seiner Nutzung und Gestaltung wieder neu in die Diskussion. Sie bietet die Chance, jetzt ganz grundsätzlich darüber nachzudenken, wie sich der Platz weiter entwickeln kann. Als Anstoß und Auftakt zum Dialog soll im Frühjahr 2021 eine öffentlichkeitswirksame temporäre Installation auf dem Platz entstehen. Entwickelt wird diese von Studierenden der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn auf Einladung der Stadt Wolfsburg.
Für eine erste Analyse und ein Kennenlernen des Ortes werden die Studierenden vom 29. September bis 2. Oktober auf dem Dunantplatz und im benachbarten Gemeindezentrum Heilig Geist arbeiten und recherchieren. Neben Gesprächsrunden mit Politik und planenden Personen wollen die Studierenden vor allem erfahren, wie die Bevölkerung am Eichelkamp, Anwohnende, Nachbarschaft und andere Nutzende, ihren Platz sehen. Am Mittwoch, 30. September, gehen sie von 11 bis 14 Uhr direkt auf den Dunantplatz und suchen das Gespräch mit den Menschen, die hier wohnen und arbeiten.


Das Projekt wird durchgeführt in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Florian Kluge und Professor Willem-Jan Beeren vom Institut für Prozessarchitektur an der Alanus Hochschule

Das Institut hat bereits zahlreiche künstlerische Interventionen im Rahmen von Stadtentwicklung und Prozessgestaltung realisiert. Wichtig ist dabei eine ergebnisoffene Herangehensweise.
Ziel des Workshops im September ist es, unvoreingenommen und mit einem Blick von außen den Ort zu betrachten und das Gespräch zu suchen. Dabei wollen sich die Studierenden nicht nur über die bereits bekannten Herausforderungen informieren, sondern auch Eigenarten, Bedarfe und Möglichkeiten vor Ort kennen lernen.

“Natürlich ist die Stadt mehr für uns als nur Parkplätze und Nahversorgung. Ein lebenswerter Ort wie der Eichelkamp braucht auch ein lebendiges Zentrum. Mit diesem etwas ungewöhnlichen künstlerischen Projekt möchten wir im Vorfeld einer städtebaulichen Planung die Chance nutzen, offen zu denken und neue Anregungen von außen zu erhalten”, erklärt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.
“Dabei brauchen wir unbedingt die Menschen vor Ort, die ihr Wissen mit uns teilen”, hebt Esther Orant vom Forum Architektur der Stadt hervor, die das Projekt koordiniert. “Natürlich sind auch Gäste aus anderen Stadtteilen gern gesehen. Es ist außerdem möglich, den Studierenden vorab eine E-Mail zu schreiben bis spätestens 30. September unter forum.architektur@stadt.wolfsburg.de“, betont sie.
Die Quartiersplätze der Nachkriegsmoderne, die alle zwischen 1950 und 1970 entstanden sind, prägen Wolfsburgs besondere Stadtstruktur und sind ein wichtiges stadtbildprägendes Erbe. Seit einigen Jahren konzentrieren sich hier baukulturelle Projekte, um Denkanstöße für eine Zukunftsentwicklung zu geben. 2018 hatte das Forum Architektur zum Beispiel ein Wohnzimmer auf dem Marktplatz am Rabenberg mit einem begleitenden Programm organisiert.
 
Foto: oh/Stadt Wolfsburg
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