Am 25. Juni ist Matton zu Gast im Alvar-Aalto-Kulturhaus und spricht über Systeme des alternativen Denkens und Handelns.

Professor Ton Matton bei der Präsentation seiner Publikation Zweifel.

 

Führen klassische stadtplanerische Prozesse wirklich zu lebenswerten Städten? Welche anderen Strategien, Methoden oder auch Zielsetzungen lassen sich denken? Warum die Welt, in der wir leben nicht so gestalten, dass sie für uns funktioniert?

Der Stadtplaner, Designer und Künstler Ton Matton plädiert in Vorträgen, Publikationen und Lehre für weniger theoretische Planung und mehr praktisches Tun.
Der aus den Niederlanden stammende Matton ist Professor für “Raum & Designstrategien” an der Kunstuniversität Linz und lebt und arbeitet seit vielen Jahren im mecklenburgischen Dorf Wendorf.
Im Rahmen der Architekturzeit ist er am Dienstag, 25. Juni, 19 Uhr zu Gast im Alvar-Aalto-Kulturhaus und spricht über seine Zweifel am bestehenden System und Ansätze für alternatives Denken und Handeln. Der Eintritt zu der Veranstaltung des Forum Architektur der Stadt Wolfsburg ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter der E-Mail forum.architektur@stadt.wolfsburg.deoder der Servicenummer 115.
Performative Stadtplanung ist der Untertitel einer Vortragssammlung Mattons, die Anfang des Jahres unter dem Titel Zweifel erschienen ist. Als Alternative zu Planungsprozessen, die durch Regeln, feste Verfahren und wirtschaftliche Belange bestimmt sind, erforscht er künstlerische Methoden als Mittel der Stadtentwicklung.
“Ein Künstler … arbeitet deutlich persönlicher, autobiografischer und damit viel aktionistischer, direkt auf die Erfahrungswelt reagierend”, schreibt Matton. Statt sich als Stadtplaner um die Farbe des Asphalts und die Positionierung von Laternenmasten zu kümmern oder im Vorlesungssaal über Gründe der Entvölkerung des ländlichen Raumes zu dozieren, sucht er die Auseinandersetzung und die Aktion vor Ort.
Im verfallenden Ortskern der Kleinstadt Wittenburg in Mecklenburg-Vorpommern wurde beispielsweise der Wunsch nach einer lebendigen Stadtmitte nicht durch die Umgestaltung der öffentlichen Räume umgesetzt, sondern unter anderem durch eine Do-It-Yourself-Kneipe. Die Tür eines leerstehenden Gebäudes wurde geöffnet, die Anwohner brachten Stühle und Getränke mit. Am Ende gab es sogar Konzerte.
Diese aktive Improvisation erforscht Wirklichkeit und Möglichkeit, entwickelt eine mögliche Zukunft und erprobt diese unmittelbar. Denn, so die Auffassung Mattons, neben öffentlichen Räumen und gut geplanten Wohnquartieren brauchen Städte Freiheit für individuelle Entwicklung und vor allem Menschen, die sich einbringen und Verantwortung übernehmen wollen, statt Vorgegebenes zu konsumieren.
Foto: oh/Ton Matton.

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