Die Ausstellung vor dem Rathaus präsentiert die Grabungsergebnisse aus dem Sonnenkamp.

Luftbild der Grabungsstelle. Deutlich zeichnen sich die Kreisgräben der ehemaligen Hügelgräber als dunkle Kreise im Boden ab.

Ausstellung vor dem Rathaus präsentiert Grabungsergebnisse aus dem Sonnenkamp.

Im Sommer 2020 machten Archäologen auf dem Gebiet des künftigen Wohngebiets Sonnenkamp eine spannende Entdeckung. Kreisrunde Spuren im Boden, die auf eisenzeitliche Hügelgräber hindeuten. Was bei der Grabung außerdem entdeckt wurde und was sich aus diesen Spuren schließen lässt, das erläutert ab dem 17. Juni eine mobile Outdoor-Ausstellung. Sie wird bis einschließlich 3. August an verschiedenen Standorten in der Innenstadt, Nordsteimke und Hehlingen gezeigt.
Bereits 2018 hatte die Untere Denkmalschutzbehörde Wolfsburg in Zusammenarbeit mit dem Forum Architektur in einer Ausstellung Grabungen der vergangenen Jahre vorgestellt. Damals wurden neue Erkenntnisse zum mittelalterlichen Dorf Detmerode gezeigt sowie eine neu entdeckte eisenzeitliche Siedlung im Bereich der Steimker Gärten erläutert. Die aktuelle Präsentation setzt diese Reihe fort – angepasst an die aktuelle Situation. “Um mit der Vorstellung dieser bedeutenden archäologischen Funde möglichst viele Wolfsburgerinnen und Wolfsburger anzusprechen, zeigen wir die Ausstellung in diesem Jahr im öffentlichen Raum – unabhängig von Öffnungszeiten und individuell nutzbar”, erläutert Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide. “Und wir kommen mit der Ausstellung direkt in die betroffenen Ortsteile.”
 
Die Ausstellung zeigt auf, wie bei der Untersuchung des Areals vorgegangen wurde und erläutert die verschiedenen Funde. Weil verschiedene Hinweise vermuten ließen, dass auf dem Gebiet des Sonnenkamps Spuren früher Besiedlung vorhanden sein könnten, wurden vor Beginn der Erschließungsarbeiten mehrere sogenannte Prospektionsschnitte angelegt. Hier handelt es sich um etwa vier Meter breite Suchgräben, die einen ersten Eindruck von den im Boden vorhandenen Spuren geben.
Dabei stießen die Archäologen auf ein ausgedehntes Gräberfeld, mit einer Vielzahl unterschiedlicher Bestattungsformen. Eine besondere Entdeckung waren die Spuren von fünf Hügelgräbern, die sich als dunkle Kreise von acht bis neun Metern Durchmesser im Boden erhalten haben. “Der eigentliche Hügel wurde durch Erosion und moderne Landwirtschaft im Laufe der Jahrhunderte abgetragen. Nur der umgebende Kreisgraben hat sich erhalten und zeichnet sich als dunkle Verfärbung im Boden ab”, erklärt Daniel Pollok, verantwortlich für Archäologie bei der Unteren Denkmalschutzbehörde.
Ein Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung. So werden am Sonnabend, 10. Juli, im Rahmen einer geführten Radtour mit Grabungstechniker Daniel Pollok verschiedene archäologische Fundstellen in Wolfsburg vorgestellt. Start ist um 15 Uhr. Vom 26. bis 28. Juli können Kinder zwischen sechs und zehn Jahren das Ferienprogramm “Archäologische Grundschule” besuchen. Hier werden sowohl verschiedene archäologische Spuren im Stadtgebiet von der Eisenzeit bis ins Mittelalter erkundet, als auch typische Fundstücke erklärt und selbst nachgebaut.
 
Weitere Informationen und Anmeldung für beide Veranstaltungen unter E-Mail: forum.architektur@stadt.wolfsburg.de
Zu sehen ist die Ausstellung vom 17. Juni bis 5. Juli auf dem Rathausplatz nahe der Kreuzung Porschestraße/Pestalozziallee, vom 7. bis 19. Juli in Nordsteimke am Büssing-Haus und vom 21. Juli bis 3. August in Hehlingen an der St. Pankratius Kirche.  
 
Foto: oh/Stadt Wolfsburg/denkmal3D, Claudia Melisch

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