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Wasserverregnung auf einem Feld.

Mit Wasserrecycling gegen den sinkenden Grundwasserspiegel

Seit Jahren sinkt der Grundwasserspiegel in Wolfsburg und Umgebung und ist in diesem Jahr auf einem historischen Tiefstand. Um dem entgegenzuwirken verstärken die Wolfsburger Entwässerungsbetriebe (WEB) ihre Anstrengungen in Sachen Wasserrecycling. Beim Wasserrecycling wird das in mehreren Stufen gereinigte Abwasser für die landwirtschaftliche Feldberegnung genutzt, anstatt es in fließende Gewässer einzuleiten.
 

Warum sinkt der Grundwasserspiegel?

Grundwasser wird durch den Überschuss von versickerndem Regenwasser neu gebildet, das nicht verdunstet oder durch Pflanzen aufgenommen wurde. Wenn jedoch mehr Wasser verdunstet und durch die Vegetation aufgenommen wird als durch Niederschläge auf den Boden fällt, kann kein überschüssiges Wasser versickern und zur Grundwasserneubildung beitragen. Dadurch kommt es zu einem allmählichen Absinken des Grundwasserspiegels.


Wie funktioniert das Wasserrecycling?

Mit dem Wasserrecycling werden die Entnahmen aus dem Grundwasser für die Feldberegnung verringert. Statt des Grundwassers wird gereinigtes Abwasser zur Beregnung verwendet, dieses Verfahren wirkt der weiteren Grundwasserabsenkung entgegen. Dafür wird das gereinigte Abwasser der Kläranlage in Brackstedt in zwei Becken zwischengespeichert. Bei Wasserbedarf wird es durch unterirdische Druckrohrleitungen an die landwirtschaftlichen Nutzflächen geleitet. Dort wird das Wasser durch die im Abwasserverband Wolfsburg zusammengeschlossenen Landwirte mit Hilfe von Beregnungsmaschinen zur Wasserversorgung der Feldfrüchte eingesetzt.
“Das gereinigte Abwasser ermöglicht uns die sichere Versorgung unserer Pflanzen auch in extrem trockenen Jahren, die Zusammenarbeit zwischen der Stadtentwässerung und der Landwirtschaft ist seit Jahrzehnten bewährt”, sagt Dieter Meinecke, Verbandsvorsteher des Abwasserverbandes Wolfsburg.

Wo wird das Wasser verregnet?
Das gereinigte Abwasser wird in zwei Gebieten im Norden von Wolfsburg zur landwirtschaftlichen Beregnung genutzt: Einmal rund um das Klärwerk Wolfsburg in Brackstedt und zum anderen im Süden des Landkreises Gifhorn im Bereich nordwestlich von Jembke. Insgesamt ist dies eine Fläche von etwa 1500 Hektar. Bisher wurden in diesem Jahr bereits rund 2 Millionen Kubikmeter Abwasser verregnet, das entspricht etwa zwei Mal der Füllung des Allersees.
“Die anhaltende Trockenheit der letzten Jahre hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die sichtbaren Gewässer, sondern lässt auch den Grundwasserspiegel immer weiter sinken”, erklärt Dr. Gerhard Meier, Vorstand der WEB. “Wir sind eine von wenigen Kommunen in Deutschland, die gereinigtes Abwasser zur Feldberegnung nutzen. Das Wasserrecycling hat in Wolfsburg eine 80-jährige Tradition und wurde als nachhaltige, ressourcenschonende Technologie schon vor der Erfindung des Begriffs Nachhaltigkeit eingesetzt.”

 
Foto: oh/Wolfsburger Entwässerungsbetriebe
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