Nachdem in Wolfsburg seit Jahrzehnten keine Wohnhochhäuser mehr gebaut wurden, sind heute gleich vier Projekte in der Umsetzung.

Don Camillo und Peppone, Sanierungsprojekt der Neuland Wohnungsgesellschaft mit Ergänzung neuer Fassaden.

Nachdem in Wolfsburg seit Jahrzehnten keine Wohnhochhäuser mehr gebaut wurden, sind heute gleich vier Projekte in der Umsetzung.

Dies ist Anlass für die Ausstellung des Baudezernats, koordiniert durch das Forum Architektur, die vom 12. Februar bis zum 27. März in der Bürgerhalle des Rathauses gezeigt wird. Zur Eröffnung am Dienstag, 11. Februar, 18:00 Uhr sollen aber nicht nur planerische Aspekte zur Sprache gebracht werden. Nach einer Einführung durch Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide liest der Schauspieler Götz van Ooyen aus verschiedenen Texten, die das Leben im Hochhaus aus ganz unterschiedlichen subjektiven Blickwinkeln darstellen.
Für Stadtplaner und Architekten ist das Wohnhochhaus eine Möglichkeit viel Wohnraum auf wenig Fläche unterzubringen, eine konstruktive und gestalterische Herausforderung oder ein Hochpunkt in der Stadtsilhouette. Für Bürger und Bewohner der Häuser und Städte ist der Blick auf das Hochhaus oftmals emotionaler, persönlicher. Es ist zu Hause, soziales Mit- oder auch Gegeneinander, Schandfleck oder Wahrzeichen. Diese subjektiven Wahrnehmungen sind Thema der Lesung. Der Schauspieler Götz van Ooyen gehört zum Ensemble des Braunschweiger Staatstheaters. Er liest unter anderem aus dem Roman “Raumpatrouille” von Matthias Brand.      
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mit der Entwicklung der Stahlbauweise und der von Le Corbusier geprägten Idee des Wohnhauses als flächenschonende “vertikale Stadt” die Grundlage geschaffen für das Hochhaus als eine charakteristische Wohnform der Nachkriegsjahrzehnte. Auf der einen Seite als funktional-wirtschaftliche Ideallösung propagiert und auf der anderen als anonymes Massenwohnen kritisiert, schwankt die Wahrnehmung noch heute zwischen Ablehnung und Wertschätzung als angemessene Wohnform.
Die Ausstellung betrachtet 14 ausgesuchte Wolfsburger Wohnhochhäuser unter Aspekten wie Konstruktion, Grundrisse oder Außenraumgestaltung. Gezeigt werden Beispiele, die noch heute als Zeugnis ihrer Entstehungszeit in den 1960er Jahren bestehen, sich teilweise verändert oder auch bewährt haben. Daneben werden aktuelle Planungen und konzepte präsentiert, die gegenwärtig in Detmerode und im neuen Stadtquartier Hellwinkel Terrassen entstehen. “Wohnhochhäuser bereichern den Wohnungsmarkt um Angebote für eine zusätzliche Zielgruppen und setzen an ausgewählten Standorten städtebauliche Akzente”, sagt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten unter der Servicenummer 115 oder unterforum.architektur@stadt.wolfsburg.de.
Im Begleitprogramm wird im Rahmen eines “Architekturdialogs Wohnen” über das Thema diskutiert werden, mehrere Hausbesuche laden zum Erkunden an Ort und Stelle ein. Weitere Informationen unter www.wolfsburg.de/architektur
 
Visualisierung: Chris Doray Studio Inc, Vancouver

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