Ausstellungsfilm zur „Finissage“ der Sonderausstellung des Hoffmann-Museums.

Im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K analog und nun auch digital zu Gast – der “Zoo Mockba”.

Ausstellungsfilm zur „Finissage“ der Sonderausstellung des Hoffmann-Museums.

217 Tierfiguren aus Gummi, Polyethylen und Zelluloid aus sowjetischer Produktion der 1950er bis 1980er Jahre sind im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K zu Gast. Sie gehören zur Sammlung der Fotografen, Gestalter und Ausstellungsmacher Sebastian Köpcke und Volker Weinhold. Sie setzten auch einzelne Figuren und Figurengruppen in ebenfalls im Schloss Fallersleben gezeigten großformatigen Fotografien in Szene.
Nachdem der “Zoo Mockba” im März live besucht werden konnte, bleibt das Museum im Schloss Fallersleben infolge der Entwicklungen in der Corona-Pandemie seit April erneut geschlossen. Doch digital ist die Ausstellung nun auf dem Youtube-Kanal der Stadt Wolfsburg, auf der Facebook-Seite des M2K der Stadt Wolfsburg sowie auf der Internetseite des Hoffmann-von-Fallersleben-Museums im M2K zu sehen. Und das ist für das Publikum auch über den 25. April hinaus möglich, denn schon kommende Woche ziehen die Zoo-Mockba-Tiere an einen anderen Ort, um ihr Sommerquartier aufzuschlagen.
Das Interesse der Berliner Sebastian Köpcke und Volker Weinhold gilt der spezifischen Formensprache und der besonderen Qualität dieser industriell gefertigten Spielwaren: Die sowjetischen Gestalter*innen absolvierten ein mehrjähriges Kunststudium. In der Industriegestaltung fanden sie einen künstlerischen Freiraum, der ihnen aufgrund der Vorgaben der staatlichen Führung in der Bildenden Kunst, in der lange der sozialistische Realismus dominierte, unmöglich war. Plastik wurde dem traditionellen Holz vorgezogen und galt als das Material der Moderne, des Aufbruchs und Fortschritts, es war in Masse, vielfältigen Formen sowie Farben herstellbar und preiswert anzubieten. Umweltaspekte oder Fragen der gesundheitsschädigenden Schadstoffbelastungen in den Kunststoffprodukten spielten dagegen keine Rollen.
Die Ausstellung zeigt frühe Spielzeug-Modelle aus den 1930er Jahre, die zwar in der Sowjetunion, aber nach internationalen Vorlagen produziert wurden. In den Großbetrieben und Kombinaten, in denen als Nebenprodukte u. a. Spielwaren hergestellt wurden, fanden Gestalter*innen ab den 1950er Jahren ihre Aufgabe. Zunächst entstanden naturalistisch wirkende Tierfiguren. Mit der Zeit wurden die Spielzeugtiere immer abstrakter und zugleich funktionaler, sie gewannen an didaktischem Wert, förderten Aufmerksamkeit und Motorik.

Diese “große Kunst für kleine Kinder” (Sebastian Köpcke und Volker Weinhold) ist im Hoffmann-Museum genau richtig: Spielzeuge des 19. Jahrhunderts gehören zur Hoffmann’schen Lyrik. Man denke an den “Zottelbär” im Weihnachtsklassiker “Morgen kommt der Weihnachtsmann”. Darüber hinaus bilden Tiere ein besonders beliebtes und symbolreiches Motiv in der Dichtung Hoffmanns. Sein bekanntes Kinder-Lied “Alle Vögel sind schon da” ist inzwischen ins Volksliedrepertoire eingegangen. Mehr als 500 Gedichte und Lieder schrieb Hoffmann für Kinder, auch weil er sich in ihnen gesellschaftlich freier äußern konnte. Umgekehrt haben einige der Tiere des “Zoo Mockba” literarische Bezüge – so Artemon, der gelbe Pudel aus der russischen Pinoccio-Adaption “Die Abenteuer des Buratino” oder das bucklige Pferdchen aus dem gleichnamigen gereimten Märchen von Pjotr Jerschow aus dem Jahr 1834. Wieder andere Zootiere erlangten “selbst” als Sänger Bekanntheit wie das “Krokodil Gena”, das Anfang der 1970er Jahre in einer beliebten Zeichentrickserie sich selbst ein Geburtstagslied sang, das noch heute zu diesem Anlass im russischsprachigen Raum gesungen wird.

Ausstellungsfilm zur „Finissage“ der Sonderausstellung des Hoffmann-Museums.

Ausstellungsimpression – naturalistische “Zootiere”.

Ausstellungsfilm zur „Finissage“ der Sonderausstellung des Hoffmann-Museums.

Kindgerecht und didaktischer durch Abstraktion.

Ausstellungsfilm zur „Finissage“ der Sonderausstellung des Hoffmann-Museums.

Artemon –der gelbe Pudel aus der Kindergeschichte “Die Abenteuer des Burationo”.

Fotos: oh/Sebastian Köpcke/Volker Weinhold
 

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