Gelebte Integration: Zertifikatsübergabe zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung

Als Pilotprojekt wurde die Ausbildung zur ehrenamtlichen Stadtteilmutter in Wolfsburg erstmals in 2009 angeboten.

Seitdem haben insgesamt 153 Frauen mit Zuwanderungsgeschichte aus 34 Herkunftsländern mit 15 verschiedenen Muttersprachen an der zehnmonatigen Schulung teilgenommen. Anfang dieses Jahres hatten sich 26 Frauen zur Schulung angemeldet, sechs davon wechselten im Laufe des Jahres in Deutschkurse, Angebote des Jobcenters oder in die Erwerbstätigkeit und beendeten den Kurs daher vorzeitig.

Die 20 Absolventinnen erhielten nun von Oberbürgermeister Klaus Mohrs ihre Zertifikate. „Die Stadtteilmütter sind in der Wolfsburger Bildungs- und Beratungslandschaft sehr gefragte Expertinnen in Integrationsfragen“, erläutert Oberbürgermeister Klaus Mohrs. „Sie tragen dazu bei, dass sich viele Migrantinnen und Migranten bei uns in Wolfsburg verstanden und willkommen wissen.“

Im Rahmen der Schulung erarbeiten die Frauen vielfältige Qualifizierungsinhalte, wie beispielsweise Erziehungsziele verschiedener Kulturen, Sprachbildung und Sprachförderung sowie die Vermittlung in Elterngesprächen hinsichtlich Sprache, Kultur und Religion. Zudem begleiteten sie Veranstaltungen und Projekten in Schulen, Kindertagesstätten und Kinder- und Familienzentren. Die neuen Stadtteilmütter verstehen sich als „Brückenbauerinnen“ und Kulturvermittlerinnen im Kontakt mit Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kitas, Familienzentren und Schulen. Sie vermitteln auch bei Sprachproblemen und können vom Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) sowie vom Baby-Besuchsdienst angefragt werden, wenn junge Mütter kein Deutsch verstehen.

„Durch die Ausbildung zur Stadtteilmutter erfahren die Teilnehmerinnen Interesse an ihrem Lebensweg und haben die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen, die Ähnliches erlebt haben“, erklärt Katharina Varga, Leiterin des Geschäftsbereichs Jugend. „Viele Frauen nehmen die Schulung auch wahr, um die Bildungschancen im eigenen Familien- und Kulturkreis zu erweitern.“ Mit dem Abschluss der Ausbildung sind die Stadtteilmütter nun bereit, das Ehrenamt in Kitas, Grundschulen und anderen Einrichtungen auszuüben. Schon während der laufenden Schulung hatten einige Frauen Aufgaben angenommen. Sie engagieren sich beispielsweise in der Hausaufgabenhilfe oder als Praktikantin in Kitas. Eine Teilnehmerin wird demnächst Portugiesisch unterrichten – in der Volkshochschule für Kinder, über eine Sprachschule für VW-Mitarbeiter. Eine andere Teilnehmerin ist nach einer abgeschlossenen Weiterbildung nun die erste Wolfsburger Gemeindedolmetscherin. Iris Bothe, Stadträtin für Jugend, Bildung und Integration betont: „Die Teilnehmerinnen sind bereit, sich weiter zu qualifizieren. Die Ausbildung kann einen Einstieg oder Wiedereinsteig in das Berufsleben ermöglichen, was für die Frauen häufig einen hohen Stellenwert hat.“

Die zahlreichen Anfragen nach Stadtteilmüttern machen deutlich, dass es auch zukünftig wichtig und notwendig ist, Frauen und Mütter mit Zuwanderungsgeschichte auszubilden. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung, um Migrantenfamilien Orientierung für eine gute Integration zu ermöglichen. Für das zehnjährige Jubiläum der Stadtteilmütter-Schulungen in 2019 liegen bereits mehr als 30 Anmeldungen von Wolfsburger Frauen vor. 2013 wurde der ehrenamtliche Einsatz von Stadteilmüttern mit dem ersten Platz des Integrationspreises der Stadt Wolfsburg ausgezeichnet.

Foto: Stadt Wolfsburg

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