Hochkarätig geht es in der zweiten Hälfte der Spielzeit am Scharoun Theater weiter.

Programmtipps für den Februar

Hochkarätig geht es in der zweiten Hälfte der Spielzeit am Scharoun Theater weiter: neue Bühnen wie das renommierte Berliner Ensemble und das Deutsche Nationaltheater Weimar geben sich auf der Wolfsburger Theaterbühne die Ehre. Aktuelle Themen, Sehnsüchte und Wünsche – all das, was uns in heutiger Zeit vielleicht mehr denn je beschäftigt – stehen auf dem Spielplan im Februar. Warum also erst nach Berlin oder in eine andere große Kulturstadt fahren, wenn die besten Inszenierungen Deutschlands nach Wolfsburg kommen?
Ein Theaterabend, der das Thema „Migration“ auf poetisch beeindruckende Weise beleuchtet und auf türkisch und arabisch untertitelt, ist der Doppelabend Nach Europa / Tut uns leid, dass wir nicht im Meer ertrunken sind am 05. Februar 22. In dem 2013 uraufgeführten Stück “Nach Europa“ treten eine Frau und ein Mann eine Odyssee über den afrikanischen Kontinent an. „Tut uns leid, dass wir nicht im Meer ertrunken sind“ hingegen wechselt die Perspektive: In einer nahen Zukunft drängen europäische Staatsbürger:innen auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben aus Europa heraus.

Erstmals zeigt Of Curious Nature am 13. Februar mit Adrift und The Resonance zwei Choreografien der beiden künstlerischen Leiter Felix Landerer und Helge Letonja mit dem gesamten Ensemble in einem gemeinsamen Abend. Die dynamische Choreografie „Adrift“ spürt einem prägenden Phänomen unserer Zeit nach: dem Verlust von Halt, dem Abhandenkommen von einstmals fest geglaubten Grundsätzen und gesellschaftlichen Strukturen. Begleitet von der Komposition Christof Littmanns bewegt sich das Stück zwischen Chaos und der Sehnsucht nach Struktur. Aktuelle Beobachtungen zu Rastlosigkeit, Beschleunigungsdruck und dem Verlust der Resonanzfähigkeit von Menschen stehen am Ausgangspunkt des zweiten Tanzstücks „The Resonance“. Begleitet von der kontemplativen Komposition „Voices“ von Max Richter eröffnet sich über dessen vielstimmige Deklaration der Menschenrechte ein universeller Referenzraum.

Brechts Dreigroschenoper ist ein Evergreen der Theatergeschichte, und das Berliner Ensemble, das zu den renommiertesten Theatern in Europa zählt, war nicht nur Uraufführungsort dieses Stückes, sondern gastiert mit der nun fünften Inszenierung unter Barrie Kosky, einem der gefragtesten Opernregisseure der Gegenwart, am 17., 18. Und 17. Februar gleich dreimal im Scharoun Theater Wolfsburg. Brechts märchenhafte Parabel erzählt von den Mechanismen des Marktes, der Korrumpiertheit der ökonomischen Verhältnisse, der Verlogenheit der bürgerlichen Moral und von den Lücken im rechtsstaatlichen System, welche ein gewiefter Geschäftsmann wie Peachum und ein ausgemachter Krimineller wie Mackie erkennen und schamlos ausnutzen – gespickt mit vielen legendären Hits von Kurt Weill wie der “Moritat von Mackie Messer”. Brecht gelingt in seinem Schauspielstück das Kunststück, über soziale Kälte zu erzählen, ohne die Figuren herzlos erscheinen zu lassen. Ihr Verlangen nach Sicherheit, Nähe und Verbindlichkeit bleibt vor allem dadurch präsent, dass es sich nicht erfüllt – kein Stück ließe sich besser in die heutige Zeit übertragen! Als “The Best Theater in Europe in 2021” kürte übrigens die New York Times Barrie Koskys Neu-inszenierung der “Dreigroschenoper”!

Und eine weitere neue Bühne hat Einzug in den Spielplan des Scharoun Theater gefunden: Jan Neumann und Schauspieler:innen des Deutschen Nationaltheaters Weimar in Kooperation mit dem Staatstheater Mainz Weimar widmen sich in ihrem Stück Sensemann & Söhne am 23. Februar 22 dem Umgang mit dem Tod und all den dazugehörigen Fragen. Sie schlüpfen dafür in verschiedene Rollen von Betroffenen und gehen den Fragen nach, was ein unwiderruflicher Verlust bedeutet, ob man sich wirklich auf das Ende vorbereiten kann, wer dabei zu Hilfe kommt und ob man anders leben würde, wenn man sein Todesdatum kennen würde?
Eine Séance zwischen Franz Schubert und Nick Cave wagt Schauspieler Charly Hübner mit dem Ensemble Resonanz aus Hamburg in Mercy Seat – Winterreise am 25. Februar: sie lassen die Welt aus Schuberts „Winterreise“ auf die Songs des australischen Sängers Nick Cave treffen. Die Geister dieser Séance sprechen von unglücklicher Liebe, Schmerz, Schuld, Versagen und von Einsamkeit. Vom großen Scheitern und vom Tod. Ganz direkt, fast ungeschliffen verknüpft Hübner die Lieder Schuberts und Caves und bringt damit kongenial zwei musikalische Welten zusammen.

Kartenvorverkauf Theaterkasse, Porschestraße 41D, per Mail unter karten@theater.wolfsburg.de, telefonisch unter 05361 2673-38.
Alle Infos und Karten unter: www.theater.wolfsburg.de

Hochkarätig geht es in der zweiten Hälfte der Spielzeit am Scharoun Theater weiter.

Hochkarätig geht es in der zweiten Hälfte der Spielzeit am Scharoun Theater weiter.

Foto Die Dreigroschenoper: oh/Berliner Ensemble
Foto Sensemann & Soehne: oh/Candy Welz
Foto Amadeus: oh/Martin Sigmund Konzertdirektion Landgraf

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