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Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Emilio Badermann, Meister vom Stuhl der Johannis-Freimaurerloge Carl zur siegenden Wahrheit Wolfsburg-Fallersleben, und Kuratorin Nicole Trnka vom Hoffmann-Museum in der Freimaurer-Ausstellung.

Hoffmann-von-Fallersleben-Museum zeigt Sonderausstellung über die Freimaurerei

Seit Ende Juni – und noch bis zum 6. Oktober – zeigt das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum (HvFM) im M2K die neue Sonderausstellung Humanität und Toleranz. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: Freimaurerei in Geschichte und Region. Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit der Johannis-Freimaurerloge Carl zur siegenden Wahrheit Wolfsburg-Fallersleben. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro, 3,00 Euro für Rentner- und Senior*innen sowie 2,50 Euro ermäßigt (für z. B. Schüler*innen, Auszubildende und Studierende).

Informative Texttafeln und viele Gegenstände des Arbeits-Alltags der Freimaurer – wie Hammer, Winkel und Zirkel oder verschiedene Logen-Schmuckstücke sowie typische Kleidung wie Schurz und Zylinder – erzählen die Geschichte der Freimaurer bis in unsere Zeit und Region. Die Freimaurer sind bis heute beeinflusst von den Ideen der Aufklärung und definieren das „Handwerk“ als geistige Arbeit zur persönlichen Weiterentwicklung im Sinne von Humanität, Toleranz und Brüderlichkeit. Dafür bilden Rechtsgleichheit und Freiheit die gesellschaftliche Voraussetzung. Mit diesem Werteverständnis eckten die Frei-Geister in früheren absolutistischen Gesellschaften an. Und noch immer werden sie in autokratischen und diktatorischen Staaten verfolgt und verboten. Traditionell bilden die Freimaurer Männerbünde, heute gibt es auch Frauen- und gemischte Logen, wie die Freimaurer ihre Versammlung nennen. Der Gedanke der Selbsterziehung zum guten Menschen leitet die Mitglieder unterschiedlicher sozialer, religiöser oder konfessioneller, nationaler und beruflicher Herkunft sowie differenter politischer Orientierungen.

Ihre historischen Vorbilder waren mittelalterliche Steinmetze, die in Europa von Baustelle zu Baustelle zogen und spezielle Arbeiten an Dombauten vornahmen. Sie schlossen sich zu Bruderschaften zusammen. Die Mitglieder erkannten sich wechselseitig durch nur ihnen bekannte Erkennungszeichen und Rituale. Die Freimaurer übernahmen diese Tradition im 18. Jahrhundert. 

Vielfältiges Begleitprogramm zur Ausstellung

Goethe, Lessing oder Mozart waren Freimaurer, aber auch George Washington, Winston Churchill und Gustav Stresemann. Hofmann von Fallersleben selbst war kein Freimaurer, durch sein soziales Umfeld stand er aber mit ihnen in Kontakt. Außerdem erfuhr der Dichter für seine im Geist der Aufklärung geschriebenen Forderungen nach „Einigkeit und Recht und Freiheit“ gleichfalls Verfolgung und Verbot. Das ist der Ansatz für das HvFM als Ort der deutschen Demokratiegeschichte, diese Ausstellung zu zeigen.

Die Sonderausstellung Humanität und Toleranz. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: Freimaurerei in Geschichte und Region wird zudem begleitet von einem vielfältigen Programm. Bereits am Donnerstag, 11. Juli, 19 Uhr, gibt es in der Ausstellung die Gelegenheit mit Mitgliedern der Freimaurerloge Carl zur siegenden Wahrheit Wolfsburg-Fallersleben ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro bzw. 3,00 Euro für Rentner- und Senior*innen und ermäßigt 2,50 Euro.

Das weitere Programm:

    Donnerstag, 15. August, 19 Uhr: Ausstellungsrundgang mit Mitgliedern der Freimaurerloge Carl zur siegenden Wahrheit Wolfsburg-Fallersleben

    Sonntag, 25. August, 16 Uhr: Nathan der Weise – Szenische Lesung mit dem Team der Vermittler*innen des Hoffmann-von-Fallersleben-Museums im M2K

    Donnerstag, 12. September, 19 Uhr: Klangschalen-Meditation: Symbole in der Freimaurerei – mit Mike Morris, Johannis-Freimaurerloge Carl zur siegenden Wahrheit Wolfsburg-Fallersleben

Foto: oh/Stadt Wolfsburg / Mike Morris